der in der obern Lufft erzeugten Dinge.beygesellet / und deine Beförderin umb das Leben gebracht: Ein solcher Nebel bist auch du / un-danckbahrer jason, gewesen; der du mit Hülff der Medaea das guldene Vließ / und einen herr-lichen Sieg über den Minotaurum erlanget; aber diese deine Gutthäterin nachgehends in dasäusserste Elend gestürtzt und verlassen. Wer eine Gutthat nicht erkennet / der ist eine Schlangein dem Busem; wer leugnet, daß er eine Wolthat empfangen, der ist ein junger Wolff; undwer das genossene Gute mit Bösem vergilt / der ist ärger als ein Tieger=Thier. Cicero gibtden Ausspruch / wann er schreibt: Die Undanckbarkeit seye ein Begriff aller Boßheit. Ge. adUnd kan man ihm dißfalls wohl Glauben zu stellen / als der aus der Erfahrung geredet: Dann Attic. l.er hatte kurtz vorhero durch seine Beredsamkeit dem Popilio, der seiner Ubelthat halber hätte sol-len mit dem Schwerdt gerichtet werden / sowohl seinen guten Nahmen / als auch sein Leben er-halten: Allein / der undanckbare Mörder mehrte eine Schand=That mit der andern; Popiliusverfolgte seinen Wolthäter, er bestritte seinen Fürsprecher; und raubte mit grausamer Handdem Ciceroni das Leben. Das fressende Feuer verzehret den / der selbiges an= und auffgebla-sen; Der undanckbare Nero ewürget die gebährende Agrippinam. Gehe in den KayserlichenPallast des Ersten Römischen Monarchen / Cæsaris; Schaue den Julium an / wie er dem Volcku Gutem Gerichte hält; wie er den M. Brutum an Sohns=statt auffnimmt / und ihn zumReichs=Nachfolger erkläret; ja wie er eben auf dem Thron sitzet: Schaue aber auch / wie Bru-tus ein Haupt und Anführer der Mörder wird; wie er mit einem Dolchen denjenigen zu Bo-den, und von dem Thron stosset, der doch sich angelegen seyn lassen, ihn auf den Thron zu er-heben. Und also gereichet das Gute so man austheilet zum Schaden: Dasjenige so eine An-reitzung zur Liebe seyn solte / wird ein Zunder Ubels zu thun. Wer Gifft für Gold gibet / der weistsich desselben nicht glücklich zu gebrauchen: je mehr er sich darmit anfüllet / je völler wird er da-von / wie der Voll=Mond: und anstatt des Dancks bekomt man Haß und Feindschafft. Volle Tac. 1. 4.Brüste geben Anlaß zu Mord und Todtschlag / wie dem Antipater; der wider seine Mutter AnnThessalonica auf solche Weise gewuͤtet. Die Hunde / so Actæon auf seine Kosten auffgezogenund genähret, seynd an ihrem eignen Herrn zu undanckbaren Henckern worden. Die StädteAthen und Rom haben eine Tyrannische Probe an dem Aristide, Themistocle und Jericle;item an dem Coriolano, Camillo und Tullio abgelegt; indem sie diejenige ins Elend verjaget /von denen sie doch mit vollen Ströhmen der Gutthaten überschwemmet worden. So hatauch Seneca die billichste Klage geführet; der darfür / daß er das Menschliche Unthier / den Ne-ronem, mit der Milch der Weißheit geträncket / sein Blut vergiessen müssen; wann er schreibet:Die Gutthaten / so man einem Gottlosen Menschen erweiset / seynd vergeblich angewen= Sen 5. dedet: es wird derjenigen Blut nicht geschonet / für die man doch das Blut vergiessen benef.solte: ja wir vergelten die empfangene Wolthaten mit Gifft und Schwerdt.Lasse dich demnach von undanckbaren Leuten nicht verblenden; und seye nicht blind inAustheilung deiner Gutthaten. Die Freygebigkeit soll mit der Vernunfft begleitet seyn. Nurdas wird loblich angelegt / was man auf würdige Personen verwendet. Untersuche und betrach-te nicht das Geld, so du ausgeben; sondern vielmehr die Person / welcher du dasselbe schenckenwilt. Wer einem Unwürdigen und Unverdienten etwas verehret / der kaufft sich den Todt / undernähret eine Schlange. Wer einen Unverdienten beschencket / der derdienet auch nichts: dan̄er schadet demjenigen selbsten / den er beschenckt; und erziehet einen undanckbaren Guckguck.Hergegen ist die Wolthat / die man tapffern Leuten erweiset / ein Schatz / der gleichsam bey selbi-gen hinterlegt / und von vielen wachenden Freunden verwahret ist; wird sie aber Teller=Leckernund Simsenlauffern erzeigt / so zerfliesset sie ohne Gewinn; weil selbige wie die Hummeln vonkeinen Flammen der Liebe erwärmet werden. König Theodoricus pflegte zu sagen: Nur dies Cassiodsjenige Gutthat bringet frommen Fürsten Nutzen / die sie mit kluger Freygebigkeit aus= 13. ep. 28.zutheilen wiſſen.Levatus obumbrat.Er schwingt sich hochUnd dunckelt doch.Scandunt vi solis nebulae, & tolluntur in altum,Quem fusco velo turpiter inde teguntAdjutare malos opibus, res plena pericli est;Semper &, ingratis quae data, dona nocent.Die
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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