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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
187
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Dulce refundit amaro.Ersetzt das RauhMit süssem Thau.Quàm sale nubeculam vapor aequoris inficit acri!Illa tamen dulces postea reddit aquas.Qui tibi damna volunt, benefactis vincere tenta:Optima vindicta est; praemia ferre dolis.Muß gleich die Wolcke Saltz aus Meer und Wellen trincken,Und füllet sich von dort mit bittern Dämpffen ein;So pflegt sie doch darfür ein süsses Naß zu schencken,Wann sie mit Regen will der Erde gönstig seyn.Dir soll für deinen Feind an Güte nie gebrechen:Es ist die schönste Rach; mit Gutem Bes rächen.Die II. Frage.Won denen Nebeln.Er Nebel / so aus einer Wolcken herab fällt / und auf der Erde lieget / ist derdünne und trockne Theil derselben: Dann es wird nicht die gantze Wolcke zu ei-Gnem Regen auffgelöst / sondern nur ihr dürrer und trockner Theil in einen Nebel ver-kehrt; so daß der Nebel (wie ihne Aristoteles beschreibet) nichts anders ist / als gleichsam einAuswurff und Abfall der Wolcken: Allermassen gleichwie bey der Nährung lebender Dingeeinige Theile der Speisen in das Wesen des ernährten Dings sich verwandlen / andere aberohnnutzlich bleiben und ausgeworffen werden; also verkehren sich auch in der Wolcke einigeTheile in Wasser / andere aber / weil sie zur Wasser=Erzeugung nicht tüchtig / bleiben als ein Auswurff der Wolcke nach dem Regen zuruck. Dannenhero P. Maurus wohl angemercket / daßdie von der Sonnen-Hitze in die Hohe gezogene Ausdünstungen aus dreyen Theilen bestehen:und zwar der erste wiederumb in geistigen, trucknen, und mit einer feurigen Natur begabtenTheilen; der andere in feuchten und wässerigen Dämpffen; und der dritte in dicken und eineerdige Natur habenden Ausdünstungen. Diese drey Theile nun ob sie zwar Anfangs mit ein-ander über sich steigen; so sondern sie sich doch nachgehends / weilen sie in ihrer Leichtigkeit undSteigungs=Krafft ungleich seynd / von einander ab; da dann die feurige Aushauchungen / alsdie leichteste / sich so gar biß in die dritte Lufft=Gegend und zu dem Feuer=Kreiß hinauff schwin-gen; die erdige Aushauchungen hergegen / als die schwereste / lassen sich biß in die unterste Lufft-Gegend herav, verbleiben in niedrigen und der Erde nahen Orten, und werden allda zu Nebelund Dufft verdicket; die feuchte Dämpffe aber, als die in der Leichtigkeit die Mittelmasse hal-ten / setzen sich in der zweyten Lufft=Gegend / und werden dorten zu Wolcken. Und aus derglei-chen Nebeln ist Zweifels=ohne die Egyptische Finsterniß bestanden / so man mit Händen greiffenkönnen, und die wegen der Dicke des Nebels alle raͤumliche Bewegung verhindert hat. Diesesist nun die erste Art des Nebels, der aus den Wolcken abwerts sincket; Woraus dann folgendeZweiffels=Frage auffgelöst und erörtert wird:Warum solcher Nebel und Dufft kein Wasser geben / noch zu einem Regen werdenNemlichen weilen sie aus erdigen und trucknen / häffigen Ausdünstungen bestehen / die sich dahe-ro nicht zu einem Wasser aufflösen; wiewohlen auch nebst deme die Beschaffenheit des Ortsund der Gegend zu beobachten: dann die Wolcken / wann sie sich an einem kalten / und dermas-sen bequemen Ort befinden / daß allda die Dämpffe zu ihrer angenaturten Kälte gelangen kön-nen / lösen sich in einen Regen auf; die Nebel aber seynd zu sothaner Aufflösung untüchtig / wei-len sie dergleichen Ort durch ihr auffsteigen nicht erreichen. Oliverus erzehlet; daß nicht weitvon dem See=Hafen Formosa in Chili an der See=Küsten zwischen Baldivia und der StadtLima ihn ein Nebel=Wetter uͤberfallen / bey welchem man kaum eines Steinwurffs weit fr sichhinaus sehen können; und seye selbiger Nebel einem trucknen Staub / oder zartem Meel gleichAa 2gewe⸗