Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Magnet der Gemüther / Krafft dessen wie der Ehegatt zu einer Lebens=Gesellschafft / also auch derdritte zu einer vertrauten Freundschafft auf= und angenommen wird. Man betrachte nur dasgroßmüthigste in der gantzen Welt glückseeligste, und in Krieg und Fried berühmteste Oester-reichische Hauß! Ists nicht annoch heut zu Tag wahr / was dem aus einem OesterreichischenErtz=Hertzogen zur Römischen Kayserlichen Würde erhobnen Maximiliano I. eine Ldb=Federzu Ehren geschrieben? Grosse Haupt=Fluͤsse je weiter sie lauffen / werden immer zu breiter, Hortens.indeme sich gleichsam die Majestät ihrer Wasser durch den Tribut kleiner zufliessen=Palavici-den Ströhme vermehret. Dann dieses durchleuchtigste Hauß hat seine Arme fremden Völ= und S. J.ckern zur ehelichen Umfassung dargestrecket, mithin Ausländische Flüsse mit der Donau / undweitentlegene Länder mit Oesterreich vereiniget; ja vermittelst sothanen Verwandnus-Knopffsdie höchste Häupter der Welt zu seiner Allianz gezogen / und sowol die Gemüther als die Waf-fen zusammen gefügt; so daß der weit=ausgebreitete Geruch deß Oesterreichischen Ruhms diegantze Welt erfüllt / und durch seine Ehe=Fruchtbarkeit allenthalben Gebuhrten seines grossenNahmens herfür gebracht. Der Sudwind (Auster) der unter allen Winden für den für-nehmsten zu halten seyn mag / hat dieses Lob; daß er / weil er warm und feucht ist / die Felder undAecker befruchte / die Blumen heraus treibe / und die Garten Bette mit wohlriechenden Ge-wächsen ziere. Besiehe und lese das Geschlecht=Register deß Oesterreichischen Stamm=Baums:Derselbe nimmt seinen Ursprung in gerader Linie von Pharamondo I. Fränckischem König inTeutschland / und erstreckt sich biß auf Sigebertum, König in Austrasien / Elsaß / und anderenProvinzien; unter diesen hat hernach Sigebertus I. Graf von Habsburg durch 19. nacheinan-der ordentlich folgende Gebuhrts=Grad Rudolphum I. Römischen Kayser / höchst=glücklich er-zeuget: Als von welchem Welt=beruͤhmten Oesterreichischen Stamm=Vatter in ununterbro-chener Geschlechts=Folge sodann noch biß auf den heutigen Tag auf unsern glorwürdigsten Kay-ser eine solche Menge Länder und Provinzien so durch das Erb= als Kriegs=Recht gekommen,daß auch zu derselben Erhaltung die Vermählungen / da die mächtigste Könige und Fürstensich mit Oesterreich ehelich verbunden / nicht geringen Vorschub beygetragen. Fahre demnachfort, O Durchleuchtigstes Hauß, wie du so viel hundert Jahr hero bereits gethan, unverwelck-lich zu blühen, und durch den fruchtbaren Sud=Wind deinen Stammen fortzupflantzen; Duhast neue Blumen in deinem Kayserlichen Garten, welche zu hinkünfftigen Vermählungen da-her wachsen: DeßwegenTu felix Austria nube.Du Oesterreich fahr fort / dich ehlich zu verbinden /Und weiterhin dardurch dein Glücke fest zu gründen!Fœcundus ab Austris.Deß Sud=Winds KrafftIhm Frucht verschafft.Austri temperie, semper quâ flamina miscet,Et plantae pariunt, & parit omnis ager.Pangere foecundi Thalami ne Foedera cesses:Felicem possunt reddere vincla tori.Wie pflegt der Früchten Saat doch herrlich aufzugehen!Wie schießt ein Garten=Bett mit vielen Blumen an!Sobald der Sud-Wind nur anfahet aufzustehen;Und seine feuchte Wärm die Erde schwängern kan.Wer keine Zeit versaumt / sich klüglich zu vermaͤhlen;Dem wird an gutem Glück und Wohlstand nichtes fehlen.Y 31Rie