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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
162
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Philosophische und Politische Beschreibungden. Allein, daß ersagte kühle Lüfftlein auf dem Atlantischen und friedsamen Meer, Marcdel Zur genannt, sich ereignen, rühret von der Sonne her, welche, wann sie mit andernsternen in einem gewissen Stand oder Schein befindlich / solcherley Geister erwecket: und daßdergleichen Winde auch beständig auf dem grossen Welt=Meer wehen / ist dessen unbeschreib-liche Grösse die einige Ursach: Dann es gehen aus diesem weiten Wasser=Feld immerdar Gei-ster hervor / die eine Bewegung überkommen / und / indem sie nirgend an ein Ufer anstossen / odersich abbrechen / wegen deß Oceans Weite und Breite stets in einerley Gleichheit verbleiben.§. 5. Sonsten gibt es drey beruffene und von denen Schiffern sehr geförchteteWinde ab / so von denen Philosophis Echephias, Typhon und Prester genennt werden:und alle drey schnelle und plötzliche Winde sind / die wie ein Blitz oder Strahl aus den Wol-cken heraus schiessen: Deßwegen auch ihre Erzeugung und Natur von der gemeinen WindeNatur und Erzeugung gantz abweichet, und fast eine Art eines Strahls fürstellet; indemsich eben diejenige Ursach bey ernannten Winden ergeben / die bey denen Strahlen sich äussern:Dann ihre Materi bestehet in der Außdünstung (die aber hier etwas rohers ist) als bey de-nen Strahlen) Die Form aber darinnen, das sie aus denen Wolcken herausbrechen, undabwerts fahren; so haben sie auch mit denen Strahlen einerley würckende, sowohl als End-Ursache / nemlich die Forcht deß Schöpffers. Wir wollen eine jede dieser Wind=Arten aufskürtzeste untersuchen: Und zwar den Echephias oder wie ihn die Portugesen und Niderländernennen / Travados belangend / so entstehet derselbige; wann nemlich viel dicke / und alsbal-den zusammen-gehäuffte Dünste aufsteigen, und in eine hohle Wolcke kommen; da es dannbißweilen geschiehet / das sie vermittelst der Antiperistasi oder Umstellung entweder durch ihrenLauff / oder durch das Anreiben sich erhitzen / und verdünnern; einfolglich eine mehrere Frey-heit suchen; und zuletzt durch die zerrissene Wolcke gleich wie der Strahl (wiemohl ohne Flam-men, auch ohne krumme Bewegung) durchbrechen, und geraden Wegs abwerts fallen. Die-sen Wind treffen die Portugesen manchmahls unter der Linie an; dahero sie / nachdem sie mitihrem Schaden klug worden, so balden sie selbiger Orten eine Wolcke erblicken, ungesaumtdie Seegel einzuziehen pflegen: Aus der Wolcke aber selbsten ergiest sich alsdann ein warmerRegen; woraus Würmer wachsen, und welcher die Kleider, die von selbigem benetzt wor-den, verfäulet. Der Typho oder Wirbel-Wind hergegen ereignen sich, wann ein drucknerDunst aus zerschiedenen Wolcken schregshin herab fället / und auf einen andern anstoßt;demnach sich weil er an seinem Lauff verhindert wird / in und gegen sich selbsten wendet / undeinen Wirbel machet: Deßwegen auch die Schiffe in einen Wirbel oder Kreyß herum- undfortgerissen werden. Allein, weil dieser Wind ebenfalls zu Zeiten bey heiterm Wetter, und wannder Himmel nicht sonderlich mit Wolcken überzogen ist, entstehet; so schicket es sich besser, dasman sage; die Winde blasen in gerader Linie gegen und in einander; so das sie, indem einerden andern verhindert, sich in einen Kreyß herum drehen, und wie das Wasser einen Wir-bel machen. Besagten Wind haben absonderlich die Schiff=Leute zu förchten: Gestalten der-selbe nicht nur die Seegel zerreist, sondern euch die Schiffe selbsten zerbricht, verschlingt, undzuweilen wohl gar mit sich in die Höhe führet; ingleichem die Bäume aus der Erde reisset / undsie sowohl, als grosse Stein-Stücke anderswohin schmeisset. Wann es sich nun begibt, daßvorerwehnte Dunste wegen der Antiperistasi, oder der Wider-Prellung und Anstossung zumTheil Feuer fangen, und sich entzünden, auch in Gestallt einer getruckten Wolcke herfürbre-chen; so nehmen sie eine Flamme mit sich fort; und fahren auf solche Weiß Feuer und Windmiteinander herunter. Der Prester aber, so seine Benennung von Anzunden hat, reissennicht nur alles, was ihme nahe stehet, zu boden, sondern entzündet auch; so daß das Meerzuweilen durch seine Hitze gleichsam zu sieden pfleget: Ist jedoch von dem Strahl darinnen un-terschieden, das dieser letztere mehr Flammen, und weniger Winde, hergegen der Prestermehr Wind und weniger Feuer in sich hält; auch die Materi deß Strahls viel subtiler ist, undallzeit vorhero sich ein Donner hören lässet.§. 6. Es sind noch mehr andere Winde; deren aber jeder von seiner besondernArt zu wehen den Namen her führet: Nemlich Berg-Winde / Thal-Winde und ErdWinde; deren Plinius gedencket. Die Berg=Winde blasen von den hohen Erd=TheilenPlin. I. 2. das ist / von denen Bergen und Wäldern her: Die Thal-Winde / so aus denen ThälernHist. nat. und niedrigen Orten kommen / gehen von dem Meer nach dem Land zuruck: Die Erd=Win-de entstehen aus der Erde / wehen durch das Land fort / und bestreichen nur die Oberflächecap. 40.der Erde; gemeiniglich aber pflegen sie in den Morgen-Stunden zublasen, steigen je-doch wegen ihrer Schwachheit nicht in die Höhe; und findet sich zwischen diesem Windund der Lufft ein gar schlechter Unterscheid. Sonsten gibt es auch Früh-Winde, dievor der Sonnen=Aufgang / und zwar fürnemlich im Frühling / wehen; und dann Wunder-Winde; die an etlichen Orten entweder aus dem Bergen / oder aus den innersten Erd-Klüff