der in der obern Lufft erzeugten Dinge.stiller ruhe lieget; zu weilen aber hie unten das oberste zu unterst kehren / da doch inzwischenin der Höhe nicht die geringste Unruhe verspühret wird.Es kan aber die Meynung von der Verdünnerung / so mir absonderlich wohl eingehet /mit zwey Exempeln dargethan / und erkläret werden; Das erste Exempel ist von denen Me-tallenen Canonen oder Stücken genommen; aus welchen daß eingeschlossene Feuer mit grosserGewalt heraus fähret / nachdem es nemlich sich weiters ausgebreitet / und einfolglich einengrossen Raum erfordert: Dahero dann durch die Verdünnerung deß Feuers indem gegendem Mund=Loch deß Geschützes überstehendem Spatio oder Raum der bekannte völlige Knall /wie auch die schrege Bewegung gewurcket wird. Und eben auf solche Weiß kan nicht minderdie eingeschlosse Außdünstung / oder das Wasser in denen Erden=Höhlen / wann sich selbigeverdünnern / und aus solchen engen Orten herausgehen / schregs= und zwerchhin beweget wer-den. Daß andere Exempel / so sich noch besser schicket / gibt Vitruvius folgender massen an 1. c. 6.die Hand: Man verfertiget eherne und hohle Wind=Kugeln mit einem sehr engen Löchlein /wodurch man Wasser hinein giessen kan; und leget selbige zu dem Feuer: Wann sie nun an-fangen heiß zu werden / so erregen dieselbe ein Geblaͤß / so gäntzlich einem Wind gleichet. Auswelcher kleinen und gar kurtzen Augen=Lust man demnach von den grossen Bewegungen deßHimmels und der Winde zu urtheilen hat: Dann gleichwie das in besagter ehernen Kugel dünngemachte Wasser durch daß enge Löchlein außdünstet; also werden auch die Lufft / das Was-ser / und die Außdünstung durch eine schnelle Verdünnerung zu einem Wind; wiewohlen /wie ich oben erinnert / diese Verdünnerung eben nicht die eigentliche Ursache der Winde ist.Sonsten hat Kircherus eine dergleichen Kugel auf einem Kuchen=Heerd also angebracht / daßer darmit 6. Pfund Fleisch an einem Spieß bey dem Feuer umgetrieben und gebraten hatHieraus nun läst sich schliessen / daß unterweilen die Lufft auch von einem Fluß / odereinem andern abrinnenden Wasser könne bewegt / und mit demselben fortgerissen werden:Wie man dann solches aus der Erfahrung an denen Oefen ersiehet / in welchen man ohneBlaß=Bälge zu Aufbringung eines Feuers einen starcken Wind auf diese Weise zu erweckenpfleget: Es wird das von einem hohen Ort mit Gewalt abstürtzende Wasser in einem höltzernCanal oder Rinne also aufgefangen / daß selbiges doch erdeuten Canal nicht völlig ausfüllet / son-dern darinn noch einiger leere Platz übrig verbleibet: Alsdann leitet man das Mund=Loch derRinne in ein Geschirr, so unten durchbrochen ist; und verschaffet, daß das Wasser mit ge-walt darein falle. Worauf es geschiehet / daß die Lufft / so auf dem Wasser lieget / mit samtdemselbigen in gedachtes Geschirr fortstiesset; und weilen der Canal an seinem obern Theil zim-lich weit ist / auch immerdar eine Lufft nach der andern mit dem abfallenden Wasser zugleichmitgehet, so wird dieselbe inwendig in dem Geschirr gedruckt, und durch eine in den Ofen rei-chende Röhre auf das Feuer dergestalten angetrieben / daß sie dasselbe weit stärcker aufbläset /als es mit Blaß=Bälgen nicht geschehen könte. Das Wasser aber lauffet hernach aus demdurchgebrochnen Boden deß Geschirrs weiter fort, damit das andere nachfliessende Wasserauch Platz und Raum bekommen möge.Hier fällt noch die Frage vor / Erstlichen: Warum der Wind / ungeachtet er sichanfangs nach unterschiedlichen Orten und Seiten beweget / nachmals jedoch seine Bewegun-nur nach einem einigen Ort hinrichte? Antwort: Es kan bißweilen dahero entstehen / Erst-lichen: Daß die Außdünstung / die tüchtig und geschickt ist / einen stetigen Wind zu machen /nur auf eine einige Seite, zum Exempel, auf die Rechte, sich fort und fort ausbreitet. Zwey-tens: Mag es dahero rühren, daß die Außdünstung etwa von einer Seite durch eine Hin-derung zuruckgetrieben wird; Zum Exempel: wann die Außdünstung gegen die Seite einesBergs anstosset und sich beweget / so wird sie von selben zuruck getrieben / und kan also ihreBewegung gegen die Seiten deß Bergs nicht weiter fortsetzen: Sie wird aber zu Zeiten / wieschon gemeldet / auch von einer Wolcke eben also zuruck getrieben. Hergegen so es sich be-gibt / daß die Außduͤnſtung nach allen Seiten gleich ausgebreitet wird / und keine Hindernußfindet; so wird sie ebenfalls sich nach vielen Seiten bewegen: Dann gleichwie von einer Quellviel Flüsse, also können auch aus einer Außdünstung viel Winde entstehen; und damit wirbey diesem Gleichnuß verbleiben / wie das Wasser aus einem Brunnen nach vielen Seiten undOrten hin kan geleitet werden; da selbiges hier in Ermanglung immerwehrenden Zuflussesversieget und eintrocknet; dorten aber, weilen noch mehr anderes Wasser darzu kommet, zu ei-nem grossen Fluß und Strohm erwächset; also hat man sich eben dergleichen bey der Außdün-ſtung einzubilden.Zweytens: Auf was Art und Weiß der Wind aufhöre zu wehen? Antwort: DerWind lässet nach / Erstlichen; wann die Außdünstung / nachdem sie von dem Regen be-feuchtet worden, ihre Geschicklichkeit zur Bewegung verliehret. Zweytens; wann die Auß-dünſtun⸗
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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