Philosophische und Politische Beschreibungauf eben solche Weiß wird eine zusammen gesetzte Macht auch stärcker: ja so gar die Bienen,wann sie sich zu einem Schwarm versammlen, seynd tüchtig mit ihren Stachlen ein gantzesPohb. I.2. Kriegs=Heer in Unordnung zu bringen. Lastluns abermahl hören / was Polybius sagt: Klei-ne und geringe Republiquen thun sehr wohl und klüglich / wann sie bey anscheinendergrossen und nahen Gefahr / sich mit andern mächtigern Staaten und Königreichenin Allianzen und Bündnussen einlassen. Waffen und Gemüther müssen und sollen mit ein-ander vereiniget seyn: Und alsdann kanst du wie eine eherne Mauer unbeweglich stehenbleiben.Dissita jungens.Was fern ist / wirdZuſamm geführt.Æthera desponsans terrae, annulus Iris Olympi,Dissita depressae nubila jungit humo.Et peregrè quaeras socios, & fœdera pangasExtera; longinquâ saepè juvaris ope.Deß Himmels Trauungs-Ring / der bunde Regen-Bogen /Verknüpffet und verbindt den Himmel mit der Erd':So das durch selben sie / zusammen sind gezogen:Und Wolcken und das Feld in einen Bund gehört.Wer solt' wohl aus Gefahr und Kriegen sich zurettenMit frembden Staaten nicht in Allianzen tretten?Die VI. Frage.Von der Figur deß Regen=Bogens; undihrer Anzahl.ESpflegen sonsten über den gemeinen Bund-Farbigen Sonnen-Regen-Bogen, zuweilen auch noch andere Regen-Bogen, nehmlich weise, goldgelbe und rothe zuerschei-nen. D. Menzelius erzehlet, daß er drey weise gesehen habe; und meldet dabey, soche ereigneten sich gemeiniglich um die Herbstliche Tag- und Nacht-Gleiche. Wches dann dahero kommen kan, weilen die Sonnen-Strahlen auf keine thauende und mitTropffen gefüllte Wolcke, sondern nur auf einen über die massen dünnen Dampff einfallenD. Mœren hergegen versichert, daß er zerschiedene goldgelbe Regen-Bogen wahrnemmen,die von der ebens untergehenden Sonne an dem gegen überstehenden Horizont oder Gesichts-Kreyß verursacht und die Wolcken zu gleicher Zeit, wie bey der beginnenden Morgen-Rötheverguldet worden; so daß dahero der Regen=Bogen aus der Zurückschlagung (Referbetion,eine solche goldgelbe Farbe hat gewinnen können. Obgedachter D. Menzelius gedencket aucan angezogenen Ort, das er Anno 1677. den 19. October, da die Sonne schon unter gegengen, einen Regen=Bogen beobachtet habe; und hält darvor, die würckende Ursache desseben seye die Abend=Dämmerung; die Material-Ursache aber einige dicke / von der Kälte zusammen gesetzte / und mit den Wolcken vermischte Außdämpffungen gewesen.Nun fragt sichs Erstlichen: Wann die Lufft allenthalben die wundersame Farben-Manichfaltigkeit erscheine / sondern sich nur allzeit in einen Bogen krümme und einen halbenKreyß vorstelle? Antwort; Erstlichen: Weilen, wie gemeldet, dieses Lufft-Gesicht mider Sonnen-Strahlen Zuruckbiegung erzeuget wird; welche Zuruckbiegung der Wolcke auchnicht anders als gegen derjenigen Linie geschiehet / die von dem Mittel=Punct der Sonnendurch den Mittel=Punct unsers Auges und deß Regen=Bogens selbsten hingehet: Dann es istaus der Erfahrung bekannt, daß der Regen-Bogen von uns nicht anders, als unter dersel-bigen Linie, wie auch daß, was mittelst der Zuruckbiegung dem Auge erscheinet, unter einemgewissen bestimmten Punct und Winckel gesehen werde. Wann nun alle Strahlen von derWolcke nach dem Punct und der ersterdeuten Linie unter gleichen Wincklen zusammen lauffenso folget / daß gemelte Strahlen uns ein Ding (object) unter einer runden Figur vorstelligmachen,
Menz.ann. 3.EyhemGermadec. 2.Menz.Ephem.Germ.