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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
122
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Philosophische und Politische BeschreibungVincitur ab Austro.Der Suden⸗WindIhn fest anbindt.Exagitante Austro permotas flatibus auras,Splendescens Phoebe cingitur orbe brevi.Austria Sarmaticum magnâ vi conterat hostem:Victoris pedicas Turcica luna gerat.Beginnt die Füttiche der Sud=Wind aufzuheben /Und stürmet in die Lufft / die er mit Macht bewegt;So wird darauf ein Ring den bleichen Mond umgeben,Der sich um selbigen wie eine Kette legt.Auf Oesterreich! zubrich der Ottomannen Waffen:Dir soll der Türckisch Hund in Band und Fesseln schlaffen!Die IV. Frage.Von denen Sonnen-Streichen / dem Neben-Mond /und der Neben=Sonne.Je Sonnen=Striche werden von denen Sonnen=Strahlen / die gerad auf einewässerige / doch nicht durchaus gleich dünne Wolcke einfallen und sich zuruck biegen verursachet. Insgemein sagt man von denselben: Die Sonne zeuchtWaſſer.§. 2. Dieses Phoenomenon oder Lufft=Gesicht ereignet sich / wann die Sonnen-Strah-len auf eine ungleiche Wolcke / das ist / die zum Theil dünn / und zum Theil dick ist / einfallen: Dadan besagte Strahlen durch die dünnere Wolcken=Theile durchdringen / und einige weisse oder helleLinien und Streiche in Gestalt der Ruthen von sich strecken: Welches auch geschiehet / wardie Sonnen-Strahlen durch ein Loch in ein dunckles Gemach hinein gehen; oder wann sie disanfft=bewegte Ober=Fläche deß Meers bescheinen; inmassen solche Oberfläche alsdann gleich-sam wie mit hell=liechten Linien oder Streichen durchgezogen erscheinet: Weilen aber erdeuteStrahlen die dickere / und mit Feuchtigkeit schwangere Wolcken=Theile nicht völlig durchdrin-gen können / und dahero zuruck gebrochen werden / so mahlen sie dieselbe gleichsam mit einerduncklen Farbe; woraus ein Bildnus von zerschiedenen Farben entstehet / welche die Regenb-gen Farbe einiger massen / wiewohlen zimlich dunckel / vorstellet und nachahmet. Maurus erklä-ret diese Färbung also: Die Wolcken=Theile aber / sagt er / faͤrben sich / wann das einfal-lende Licht dergleichen Dämpffe verdunckelt / und mannigsaltige entweder helle oderdunckle Farben / (nachdeme nemlich ermeltes Licht viel oder wenig verdunckelt) herfüh-bringet: Deßwegen Seneca diese Sonnen=Striche unvollkommne Regenbogen genennetzweilen sie zwar gefaͤrbt seyen / aber keine Rundung haben.Wobey weiters zu mercken vorkommt / Erstlichen: Daß / was den Stand dieser Son-nen=Striche anlangt / die Wolcke nicht gerad gegen der Sonne über; weilen solcher Gestaltetein Regenbogen entstünde; auch nicht gerad unter derselben; weilen auf sothane Weise ein Sonnen=Hof sich zeigte; sondern zu den Seiten / und zwar nicht allzuweit / damit eine Refraction odeZuruckprallung geſchehen könne; auch nicht allzunahe / damit die Wolcke von der Sonne nieverzehret werde; sondern in mittelmässiger Weite / auf daß obiges / beydes verhütet werde / siehen müsse.Zweytens: Daß die Sonnen-Striche, wann nicht die Lufft durch einen Rauch oderDampff etlicher massen verdunckelt wird / sich nicht sehen lassen; weilen das Licht in einerdurchscheinenden Ding nicht sichtlich seyn kan, es werde dann selbiges aus einem duncklen Cörper zurück gebogen.