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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.dem Gesicht eine artige Belustigung; wann aber die Sonne nicht mehr scheinet / so leget dassel-be auch alsbalden den Rock ab / wormit es das leichtglaubige Aug betrogen hat: O wie offthat die Zunge eines Rathgebers zu deß Lands vermeintlicher Aufnahm / und deß Volcks Wohlfahrt einen lieblichen Regenbogen aufgeführt? Unter dieser Larve aber gelogen und betrogen / jasogar / als der boßhaffteste Haußmeister deß gemeinen Wesens / mit dem Feind selbsten in heim-licher Verständnus gelebet / indeme er den Schein gehabt / ob werde aller Nutzen von ihme ge-fördert / um so viel grössern Schaden gethan / um wie viel weniger man ihn gekennt. Dann es Cic.Oral.ist keine Hinter=List so heimlich und so verborgen / als diejenige / welche unter einer ver= 1. in ver-stellten Diestfertigkeit versteckt ist (seynd Worte der Römischen Beredsamkeit) Gestalten rem.man sich vor dem / der unser offenbahrer Feind / leichtlichen hüten / und ihm entgehenkan; aber dieses verborgne / innwendige und einheimische Ubel ist nicht nur nicht sicht-lich / sondern drücket auch nieder / und schlägt zu Boden / ehe man es wahrnehmen underkundschafften kan. Ein solcher Bößwicht zeiget zwar von aussen lauter schönes Wesen,und schwätzt den Ohren heilsame Dinge vor; verheelet aber seinen innerlichen Vorsatz/der nurauf den Ruin deß gemeinen Wesens abziehlet: Sein Hertz gibt eine äusserliche Schein-Aufrich-tigkeit vor / hegt aber heimlich lauter Verrätherey: Er ist ein trüber Brunn / so sein Gifft ver-birgt. Jener Griechische Scribent Xenophon, hat demnach wohl geurtheilet: Könige ha-ben sich vor niemand mehr zu förchten / als vor denen / die sich anstellen / ihre Getreue-ste zu seyn. Derohalben traue ja der Farbe nicht. Ein kluges Mißtrauen ist keine Wahnsin-nigkeit. Höre die Rathschläge an; vernimme die Meynungen: Haben sie einen Schein deßGuten / so erwäge sie genauer; du must gantz zu einem Auge werden; und wie ein Argus allesbetrachten / was etwa unter der Schmincke verborgen liegen möchte: Und ein solches Miß-trauen ist die höchste Klugheit. Dann ein falscher und untreuer Sinn ist dermassen auf seineVerstellung bedacht / daß er gleichsam wie das Meer mit Klippen und Sand-Bancken ange-füllet ist, und seinen krummen Umweg in sich verbirget, den man erst nach langer Zeit wahr-nimmt und entdecket: Gestalten er sich mit seinen heimlichen Anschlägen nicht heraus lässet;nichts als Freundschaffts=Zeichen mit den Augen von sich gibet/ und mit der Zungen, wie er einVatter deß Reichs und Vatterlands, und Beförderer deß gemeinen Besten seye bekannt ma-chet; in dem innersten der Gedancken aber lauter Sturm und Ungestümm unterhält/wodurcher das Schiff der Republic / zusammt ihrem Pilotten / dem Fürsten / auf Klippen und Felsenantreiben mochte. Bemühe dich solchemnach / das Sprichwort Leonis, deß Jüngern / inUbung zu bringen: Traue und mißtraue. Dann jedermann ohne Unterscheid glauben / isteine Leichtsinnigkeit; hergegen aber in jedermann ein Mißtrauen setzen / ist Thorheit. Deßwegen will einem rechtschaffenen Politico zustehen und gebühren / daß er nicht traue ohne Miß-trauen / und nicht mißtraue ohne Trauen.Ne crede colori.Traue nicht: es leugtDie Farb / und treugt.Purpura depingat malthâ licèt a èra purumGratâ; mox coelum nubila fusca tegent.Mens fucata suas speciosâ sindone fraudesVelat; at attendas: perdere regna studet.Gläntzt offt der Himmel schön / wann er sich gleichsam schmincket;Und streicht die heitre Lufft ein liechter purpur an:So folgt doch eine Wolck / eh man darauf gedencket /Die alles wiederum gantz überneblen kan.Trau falschen Räthen nicht / wie sehr sie sich verstellen;Sie suchen anders nichts, dann Reich und Land zu fällen.P 3Die