Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
88
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Philosophische und Politische Beschreibungsig die himmlische Cörper / indeme sie selbige zusammen drucket / erwärmet und erleuchtert / ver-ändern könnenHieraufhin nun läßt sich schliessen / Erstlich: Daß einige Cometen von GOtt wunder-barer Weise erschaffen werden: Und solche können aus einer jeden Materi bestehen: Dann weisie von GOtt durch ein Wunderwerck hervor gebracht seyn / so hindert nichts / daß er sie nichtaus einer jeden Materi nach seinem Wohlgefallen erschaffen möge.Zweytens: Daß ein Unter-Mondlicher, und nicht eigentlich so genannter Comet, einefette / dicke / haͤuffige / aus dichten Theilen bestehende / und in der obern Lufft=Gegend angezündteAusdünstung seye. Die würckende Ursach aber dergleichen Cometen ist Theils die Hitze / wel-che die haͤuffige Dünste erdünnert / und biß in die oberste Lufft⸗Gegend hinauf führet; Theileauch die Sonne, die hernach diese versammlete Materi anzundet: Unter welchen Cometen je-doch einige seyn / wie Cabaeus berichtet / so nur von dem blossen Schein der Sonnen oder einesandern Gestirns erleuchtet werden / und keines Weges selbsten brennen.Drittens: Daß nach deß Hevelii Meynung die einige Sonne zu jeder Zeit so viel Ma-teri und Dünste von sich ausstossen könne / daß eine solche nur in einem einigen Jahr ausge-worffene Materi genugsam seye / mehr dann 130. Cometen in der Grösse / wie der in Anno 1664gewesen / zu erzeugen. Dahero er zu bedencken gibet / was man dißfalls von den übrigen Pla-neten sagen müsse: Meldet auch über diß / daß es nicht nur kein Wunderwerck seye / wann invergangenem Jahrhundert so viel Cometen gesehen worden; sondern man habe sich vielmehrzu verwundern / daß ihrer so wenig erschienen; in Betrachtung / daß die Sonne in einem einigenJahr so viel Materi auswerffen könne; und hält also darvor, daß viel Cometen entweder sehrweit von uns abstehen / oder sehr klein / und einfolglich mit unserem Gesicht nicht zu erreichen;deßwegen aber so selten sichtlich seyen, weilen der Cometen aus zerschiedenen Planeten hervorkommende Materi nicht leichtlich in einen Cörper sich zusammen bringen lasse; und aber garselten geschehe / daß ein Comet aus eines einigen Planeten Materi seinen Ursprung nehme. Je-doch geben auch andere fürnehme Scribenden vor, daß es weit mehr Cometen in dem Him-mel abgebe als deren zum Vorschein kommen; ja daß ihrer einige wohl bey ereignenden Son-nen-Finsternussen nechst bey der Sonnen seyen observirt und gesehen worden.Vierdtens: Daß die Sonnen-Mackeln, woraus wir behauptet daß die Cometen ent-springen, nichts anders seyn, als einige kleine mit Licht vermischte und einem Rauch gleichenderSchatten / die von der superficie oder Oberfläche der heiß=siedenden Sonnen in der weitenHimmels=Raum ausgestossen werden.Politische Schluß=Rede.Die unterdruckte Tugend wird wieder empor kommen.Er Wahl=Spruch deß Flavii: Ein schlimmer Anfang kan kein gutes Ende habenIst nicht so ungezweiffelt / daß er nicht seine gewisse Absätze leiden solte: Vielmehr schei-net unterweilen die Sonne nach dem Ungewitter nur desto frischer; und auf den un-glücklichen Schein eines drohenden Cometen folgen offt wiederum glücklichere Sterne. Sol-ches wird durch den traurigen Vorbotten unzehlicher Widerwärtigkeiten / der den 26. Decem-ber Anno 1680. lauter Noth / Jammer und Unglück verkündiget / sattsam bezeuget. DieserComet hatte erstlich seinen Stand in dem Knie deß Antinoi oder Ganymedis, und nahm sol-ches Stern=Bild völlig ein; zoge hernach seine Ruthe also über den Adler / daß er selbigemgleichsam wie mit einem Feuer=Schwerdt den Halß abgeschnitten / und den allda hell=leuchten-den Stern gantz bedecket: Von dar lieffe er weiter fort, berührte den Rucken deß Delphinsoder Meer-Schweins, und erstreckte sich biß an den rechten Flügel deß Schwanen; allwo erseinen Lauff endlich veraͤndert= und sich gegen dem Pegaso, und der Andromeda gewendet.Sabell.I.5. Nun berichtet Sabellius, daß Ganymedes ein Monarch über Asien gewesen / und unter denenKönigen schwere Kriege erreget habe: Daß aber der Adler das Zeichen und Wappen deß Rö-Enn.1.mischen Reichs seye; ferner das Meer-Schwein grosse Ungestümm und Sturm bedeute / unddann der weisse Schwan für einen Friedens-Botten gehalten werde / ist auch männiglich be-kannt. Aus dieser durch ein flammendes Himmels-Band beschehener Zusammenfügung er-sagter Stern-Bilder ward dem Römischen Adler von deß Asiatischen Ganymedis Mord-Schwerdt ein nicht geringes Ungewitter angekündigt; wormit gantz Ungerland und Oester-reich überfallen worden: indeme die Feinde ihr Lager vor der Stadt Wien / als deß Römi-schen Adlers Neste geschlagen / und sihet man es noch heut zu Tag / an den Aschen-Hauffen / inwas für einem elenden Zustand Oesterreich damahls durch einen bösen Anfang gerathen / sodaß man besorgete / es habe der blutige Schwantz=Stern eine allgemeine Sündfluth und Ver-derbnus