eckenden Ur
der in der obern Lufft erzeugten Dinge.wo man sie wegen der unermäßlichen Distanz und Weite nicht sehen kan / unterweilen herabkommen und sichtlich werden; vielweniger geschwäntzte Stern / wie Cardanus darvor hält /die da ihren Schwantz nicht allzeit gegen der Erde kehren / und geschwäntzt erscheinen: Undzwar solches alles der Ursachen halber / Erstlichen: Daß dergleichen Crayse und Circkel gantzohne Fundament für feurig gehalten werden: Zweytens: Daß die Cometen, wann sie vonder Hohe sich herab liessen / und sichtbar würden / Anfangs viel kleiner / indeme sie nemlich vonoben herab kommen / und allgemach anrucken / erscheinen müsten: So aber bekannter massender Wahrheit zuwider lauffet.§. 4. Der Comet ist kein Stern / der unter den Flecken oder Macklen / und gleich-sam unter der Decke einer gefurchten Materi / die ihn vorher bedeckt / verborgen gestan-den / und nach deren Abweichung anerst erscheinet; wie Cartesius meynet; Dann wanndem also wäre, so würden die Fix-Stern von besagten aus denen Cartesianischen Wirbel=Lö-chern hervorbrechenden Mackeln gleichfalls bißweilen bedecket werden: Welches aber niemah-len geschehen.§. 5. Der Cometen Materi bestehet auch nicht aus feisten und klebichten Dün-sten / die aus der Erde und dem Wasser sich etwa biß über den Mond hinauf schwin-gen: Dann dieses fällt deßwegen gantz unwahrscheinlich / weilen manchmahlen die Cometenvon solcher Grösse seyn / daß sie die Erde darmit wohl tausendmahl übertreffen; auch ange-merckt worden, daß derselben etliche 6. Monat, einige eines, andere aber gar zwey Jahr lancgedauret: Woraus sodann nothwendig erfolgte / daß der gantze Erd=Boden zu lauter Dünstewerden müsie / aus denen so grosse und so dicke Cörper erwachsen könnten. So ist auch nechstdeme nicht glaublich, daß die irrdische Ausdünstungen die Kräffte haben, biß über den Jupiterhinauf zu steigen.Wobey doch zu mercken / daß dieser 6. nur von denen Ober=Mondlichen / und eigentlichsogenannten Cometen zu verstehen seye: Dann von denjenigen Cometen / deren in der vorigenFrage Meldung geschehen / daß sie / zuweilen in der Lufft erscheinen / gestehe ich gern / daß sie / sofern sie klein seynd und nicht lange dauren / wegen der allda beygebrachten Beweiß=Gründen /aus einer irrdischen in der obern Lufft-Gegend angezündeter Ausdünstung bestehen können.Wann wir demnach anderer ihre Meynungen bey Seiten setzen / so scheint es§. 6. Der Wahrheit am ähnlichsten zu seyn, daß die Cometen von neuem aus einervon der Materi der Sonnen und anderer Planeten ausfliessender himmlischer Materiund Dampff / so durch die Krafft der Gestirne zusammen getrieben / und verändert / auchhernach entweder angezünder wird / oder aber doch wie andere Gestirne die Strahlender Sonnen auffahrt / ihren Ursprung nehmen; Weilen sie nemlich / Erstlichen: Ver-mög der angeführten Ursachen / aus einer Unter=Mondlichen Materi / und irrdischen Dämpffenund Dünsten nicht erzeugt werden können; demnach nothwendig aus einer Ober=MondlichenMateri herkommen müssen. Zweytens: Weilen man ungezweiffelt weist / daß die Mackelnund Fackeln, so aus der Sonne ausgehen, grösser dann der Erde Boden seyen: nun findet manaber bey dem Ricciolo, und P. Christophorus Scheinerus bezeuget gleichfalls in seiner RotaUrsina, was Gestalten er observirt habe / daß zur Zeit / da Cometen an dem Himmel stehen / umdie Sonne kein Mackel / eben wie sich Anno 1618. begeben / vermerckt worden seye. Welchesdann in Wahrheit kein geringes Zeichen seyn kan / daß dieselbe Sonnen-Materi / (gleichwieauch der andern Sternen) weit von der Sonnen hinaus gestossen / und zu einem Cometen ge-bildet worden. Drittens: Wann immerzu neue Sternen an dem Firmament aus einer himm-lischen Materi entstanden; die hernach sich wiederum verzehre und gleichsam gestorben; War-um solte nicht allda aus eben selbiger Materi auch ein Haar- oder Schwantz-Stern hervorkommen und eine Zeitlang leuchten können? Allermassen dann dahero die bekanntliche Ab-und Eintheilung der himmlischen Cometen nach denen siben Planeten ihren Ursprung gehabt;da man nemlich dem Saturno die bleyerne / dem Juppiter die silberne / dem Mars die rothe / derSonnen die guldene / der Venus die gelbe / dem Mercurio die blaue / und dem Mond die bleicheCometen zuzueignen pfleget§. 7. Die förmliche Ursache oder wesentliche Form der Cometen ist eben diejenigeso der Himmel selbsten hat; Ursache: Weilen die Dämpffe und Ausdünstungen eben dieForm haben / welche das Wasser und die Erde hat / woraus sie ausgehen; woraus folget / daßauch die Cometen eben die Form / welche der Planeten=Himmel hat / von deme sie durch Krafftder Sonne und der Gestirne erzeugt werden / haben müssen.§. 8. Die würckende Ursach der Cometen ist die thätige Krafft der Sonnen unddeß Gestirns: Dann gleichwie die thaͤtige Krafft der Sonnen / deß Gestirns und der Plane-ten in die unter=Mondliche Cörper einfliesse / und sie verändern kan; also wird dieselbe ebenmäs-