der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Vierdtens: Daß man sich deßjenigen Weins enthalte, der von dem Donner-Strahlmit einer Rinde oder Haut überzogen worden: Weilen man dardurch wegen der gifftigen Ei-genshafften dieses Feuers in Wahnsinnigkeit fallen / ja wohl gar in Lebens-Gefahr gerathenkönne.Fünfftens: Daß obwohlen zuweilen / wie wir in der 7. Frage vermeldet / wegen der da-selbstbeygebrachten Ursachen durch Lösung der Stücke und Läutung der Glocken die Donner-Weter vertrieben und zertheilet werden / doch gleichwolen / weilen dergleichen Thon keinen ge-nugsimen Gewalt denen nächsten Wolcken anlegen kan / angesehen derselbe fürnemlich nur nachder Seiten sich ausbreitet / nicht aber in die Höhe steiget / die meiste Krafft der Einweyhung derGlocen und dem Gebett der Kirche vielmehr / als einer natürlichen Ursache beyzumessen seye;welchs ebenmässig und zwar mit noch grösserem Recht von denen an hohen Fest-Tagen ge-weyhten Krautern und Kertzen zu verstehen seyn will; wie von Jonstonio in Thaumatographianatunli sehr wohl erinnert wird. Daß aber der Donner=Stein das Hauß / wo man ihn ver-wahrch aufbehält, vor dem Strahl befreyen solle, ist ein pur lauterer Aberglaub.Sechstens: Daß die Strahl=Flamme dem Wasser widerstehe / und wegen der Dämpf-fe Zehzkeit / und fester Verbindung / so dem Wasser keinen Durchgang verstattet / sich von dem-selben icht auslöschen lasse: Zu geschweigen / daß das Wasser durch die hefftige Hitze zu einemDampf und Dunst werden müsse. Hergegen taugt die Milch besser darzu / weilen sie sich we-gen ihre natürlichen Klebigkeit an das angezündte Ding anhenget, die Lufft-Löcher verstopffet,und einflglich das Feuer ersticket. Am allerbesten aber kan die Strahl=Flamme mit dem Es-sig gelösoet werden; indem derselbe wegen seiner Schärffe und Subtilität gleichbalden in diet=Loͤcher eines angezuͤndten Dings sich hinein schleichet / und hindurch dringet.Anhang.Lbertis Magnus zeiget an / wie man auf folgende Weiß ein Feuer / so mit keinem Wasser zulöscha ist / bereiten solle: Resp. 1. Pfund Baumöl / 3. Pfund Leinöl / und ein Pfund Eyer-dotteöl; und vermische sie miteinander.Politische Schluß=Rede.Je höher du bist / je gefährlicher es um dich stehet.Oh Dinge stürtzen unversehens zu Boden; so lautete deß Flavii Arcadii angenommenenVahl=Spruch. Keine niedrige Tamarisken oder arme Bauren Hüttlein / sondernnu hochaufgeführte Thürne / biß an die Wolcken mit ihren Gipffeln reichende Cedern /und hoher Bergen und Gebäuden Spitze seynd der Zweck / wohin die Donner=Strahlen ab-ziehlen.Et celſæ graviore caſuDecidunt turres, feriuntque summosFulmina montes.Ein Thurn / der mit der Spitz biß an die Wolcken steigt /Stürtzt desto tieffer hin / wann sich sein Fall erzeigt:In Berg / die in die Höhe ragen /Und allzusehr erhoben seynWird meistentheils der Donner=SteinMehr als in niedre Thäler schlagen.Der Donner=Strahl bekräfftiget würcklichen und in der That die Antwort deß Æsopi: Dannals selbiger gefragt worden / was der Jupiter mache? sagte er: Wann wir dem Diogeni Glau= Drogen.ben zustellen / so erniedriget er / was hoch ist. Es mag der Persische König Darius sich die Laert. I.1.grössesten und maͤchtigsten Titul beylegen / und sich einen Koͤnig der Koͤnige und einen Bluts= d.vit. phil.Freund der Goͤtter nennen / so ward er doch von Alexandro Magno, den er nur seinen Knecht in Chilonegeheissen / deß Reichs und Lebens zugleich beraubet: Der gleichfalls Persische König Sapor, Curt. l. 2.mag ebenmässig mit hohen Nahmen prangen, und ein König der Könige, ein Theilhaberdeß Gestirns / und ein Bruder der Sonnen und deß Monds seyn; so ward doch sein groß= Cael. Rho-zahlbares Kriegs=Heer / da er die Stadt Mygdonia belagerte / und bey nahe erobert hätte / von dig. l. 2. c. 2.Mucken und Flöhen dergestalten geplaget / daß / weilen die Pferde und Elephanten vor diesemUnge-
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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