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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.verdammet; wodurch die übrige gleichsam wie vom Donner gerührt und erschrecket werden.Dann wie? hätte sich Manlius Torquatus wohl gegen einem Fremden gnädig erwiesen, der Liv.l.s.doch seinen eignen Sohn darum hinrichten lassen / weilen er in dem Lateinischen Krieg widerseine Ordre mit dem Feind gefochten? Wann du demnach ein Bewahrer deß Rechts ein Ver-mittler der Billichkeit, ein Bräutigam der Gerechtigkeit, ein Brautführer deß Friedens, ein He-rold deß gemeinen Besten / ein Huter der Rechten bist / so solt du mitten hindurch gehen / unddich weder durch Liebe verblenden lassen / noch auch rasen und toben / sondern die Mittel=Stras-se halten; Diese solle der Endzweck aller deiner Handlungen seyn, und wie ein Schütz nach derScheibe schiesset, also du weder zur rechten noch zur lincken Hand abweichen; ja wie die Ge-rechtigkeit eine Waage haltend/ und mit verbundenen Augen vorgestellt wird; also muß mansein Absehen weder auf Freundschafft noch Bekanntschafft noch Nutzbarkeit, niemahlen gerich-tet haben. Der nahe Blutsverwandte / wann er schuldig ist und gesündigt hat / solle gestrafft;und der Frembde, wann ers verdienet, begnadiget werden. Du must mit einem klaren, undnicht deinen eignen Nutzen suchenden Aug dasjenige betrachten / was die kluge und gottsfürch-tige Hildegardis dem Grafen von Flandern / Philippo, zur Erinnerung angefügt: Befleissedich daß wie der Adler die Sonne also du GOtt mit reinen und gerechten Augen an-schauest / und ohne eigen Nutz Gericht haltest oder Urtheil sprechest. Zu wünschen wä-re, daß Jupiter alles erfüllete; das ist, daß so viel Strahlen, als Reichs-Räthe wären, von de-nen beedes die Innheimische, und dann die Fremde ohne Ansehen bestrafft würden; worvonwir ein schoͤnes Exempel an dem Junio Bruto haben / welcher seine zwey junge Soͤhne / nachdem Valer.sie der Verrätherey uberwiesen worden / mit Ruthen streichen / und hernach enthaupten lassen. Max.I.2.Wer der Boßhafftigen schonet / der schadet denen Frommen. Seneca sagte zu dem Ne-ro; erwiese auch / was er sagte / und erklärte zugleich das Gesetz: „Es ist ein Gesetz gegeben / wie Sen.l. deman das Unrecht straffen solle; nemlich ein Fürst hat diese 3. Stücke zu beobachten: entweder „ clem.daß er den / welchen er strafft / zur Besserung bringe; oder durch desselben Bestraffung die an-dere frömmer mache; oder durch Aufreibung der Bösen, denen übrigen eine Sicherheit-verschaffe.„ Daß Kayser Augustus seine Tochter und Encklin wegen ihres unzüchtigen Wan= Suet. c. 65.dels in eine Insul verwiesen und verbannt habe, ist etwas Altes: Dieses aber ist neuer; daßCanutus, der Wandeln König ohne Unterschied die Straffen hat ergehen lassen; so daß demVerbrecher weder Schwaͤger- noch Freund- noch Verwandtschafft darvon befreyen koͤnnen:Dann als einige wegen verübter Strassenraubereyen zum Todt geführet worden / und einer aus Lib. 3.denselben, weil er sein Bluts=Freund gewesen / Gnade zu erlangen vermeynte; Wohl; sagte der Wandel.König / damit mein Vetter vor den andern eine höhere Stelle habe / so bauet ihm auch c. 32.einen höhern Galgen. Wer die Bösen straffet / der schützet dardurch die Frommen.Sine lege vagatur.Schlägt hin und her /fehr.Nur ohnDiscrimen summi spernunt vaga tela Tonantis,Et coeco feriunt obvia quaeque modo.Sanginis affectu proscripto lumina claudasIndex, & nato Manlius esto tuo.Es schlägt der Donner-Keul, der sich nicht halten lasset,Mit unerhörter Macht zu grund / was er berührt:Verschonung ist bey ihm aufs äusserste verhasset,Und seine Streiche seynd ohn Unterscheid geführt.Man soll die Ubelthat mit Straff ohn Nachlaß lohnen;Ja / wie der Manlius auch seines Kinds nicht schonen.DieI 3