Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.einem Augenblick / was gestalten sie auch hefftig gedruckt werde / empfinden; einfolglich / indem siean eine bereits wässerige und schwere Wolcke anlaufft einen Trieb / der sie nach der Erde schlä-get / empfinden solte.Sodann wird das Feuer und die Flamme / die sonsten ihrer Natur nach in die Höhe stie-ge von der entgegen stehenden dicken Wolcke unterwärts getrieben; daß aber die Wolcke anihrem obern Theil dicker ist / als an ihrem untern / kommet dahero; weilen die zuruckschlagendeSonnen=Strahlen weiter von dem ersten entfernet seyn: wodurch dann eine strengere Kälte /und daß die Theile sich dichter zusammen häuffen / verursachet wird.Doch kommt die Frage vor: Ob alle Strahlen unterwärts schiessen? Antwort: Ge-meiniglich schiessen sie unter sich; indeme die Wolcke erstgedachter Ursache halber meistentheilsan ihr. Untertheil dünner ist; gleichwolen schlagen sie auch zuweilen übersich/ wann nemlichenwegen anderer Umstände die Wolcke an ihrem Obertheil / wo sie alsdann durchbrochen wird /sich dünner befindet.3. Der Strahl hat gemeiniglich eine krumme und ungerade Bewegung. Ur-sache / Erstlichen: Weilen dieses Feuer wegen seiner Subtilität leichtlich von der geraden Linieoder Weg abweichet; Zweytens: Weilen vor und hinter demselben ein haͤuffig=zusammen ge-hallter Dampff und Wind sich ereignet / wodurch er in zerschiedene Theile zerstreuet wird; wieM. Albertus angemercket. Und laßt sich hierüber ein Gleichnus an einem Wasser nehmen / Albert.welches / wann es von einem hohen Thurn herab geschüttet wird / alsbald sich schlimms und Tract. denach der Seite krümmet. Drittens: Weilen er oͤffters zur Seiten der Wolcke, wo sie etwa fulm.am dünnesten ist / schregshin ausgetrieben wird. Und dann Viedtens: weilen / wie Seneca c. 21.vorgibt / die Natur deß Feuers ihn übersich und in die Höhe heben will; der Gewalt aber / wo= Seneca l.durch er aus den Wolcken ausgestossen wird / und die dicke Ausdunstung unter sich drucketz und 2. quaest.er also / weilen kein Gewalt dem andern weichet / und nachgibet / den mittlern Weg ergreiffen / des nat. c. 25.ist / schregshin seinen Lauff nehmen / und / nachdem endlich das Feuer unterliget / nach der ErdenDahero dann geschiehet / daß die hohe Thürne und Spitze viel öffter / als niedrigefallen muß.Dinge getroffen werden; nach dem bekannten Lateinischen Spruch:Feriunt summos fulmina montes.Es schlägt der Donner und der Strahl in Berge einDie nur vor anderen sehr hoch erhaben seyn;indeme nemlich aus dem Himmel nur eine einige gerade oder Perpendicular-Linie; nach drSeite aber viel und unzehliche Zwerch oder Diametral-Linien gezogen werden können.Fragt sichs weiter: Wormnen der Strahl mit unseren Büchsen und Stücken (die nah-dem Bericht deß P. de Rhodes, vor ungefehr 300. Jahren von einem Teutschen Mönch / Nah. P. de Rho-mens Barthel Schwartz / zu Schaden und Nachtheil der gantzen Welt erfunden worden, des Phil.übereinkomme / und worinnen sie voneinander unterschieden seyen? Erst=ernannter Author ani peripat, l.wortet an angezogenem Ort auf diese Frage, und lehret Erstlichen: Selbige seyen einande 2. D. 13.q.in der Bewegung und in der Geschwindigkeit gantz gleich und aͤhnlich: Dann wie der Stra-2. sect. 2.mit dem gewaltigsten Trieb / und grossem Krachen aus den Wolcken auf die Erde geschmissewird; also treiben die meiste Geschütze 6. Centner Eisen auf 5000. Schritt weit mit solcher Geschwindigkeit von sich aus / daß dergleichen Kugel alle Minuten bey 3000. Schritt fortfliegeZweytens: Kommen sie in dem fürnehmsten Stück miteinander überein: dann wie das SchießPulver aus Salpeter, Schwefel und Kohlen bestehet; (wobey zu mercken, daß man nicht einerley Pulver zu dem grossen und kleinen Geschutz ohne Unterschied gebrauchet; gestalten diegrosse Artillerie zersprungen würde / wann man selbige mit Mußqueten oder zartem Pulver ladenwolte; weilen man nemlich unter dieses letztere sehr viel Salpeter / wie auch etwas von Quecksilber /Salarmoniac und Essig zu mischen pfleget; es wird aber in dem Laden diese Proportion in achtgenommen, daß das Gewicht der Kugel um den dritten Theil schwerer als das Pulver seye:das ist / wann die Kugel 30. Pfund wieget man deß Pulvers 20. Pfund nehmen solle.) Alsohält der Strahl auch sehr viel Schwefel; allermassen es der Geruch genugsam zu erkennen gi-bet, und auch viel Salpeter in sich, welcher die schnelle Entzündung und Verdünnerung verur-sacht. Drittens: Gleichwie der Strahl durch die schnelle Erdunnerung der Materi / so inner-halb der Wolcke geschiehet / ausgestossen wird; also und auf eben solche Weiß bricht auch dasFeuer aus den Canonen hervor. Vierdtens / und letztlichen siehet man / wie anderswo gemel-det, bey beyden das Blitzen eher und bevor der Thon oder Knall gehöret wird.Sonsten aber seynd sie voneinander darinnen unterschieden; Erstlichen: Daß dieFlamme gemeiniglich ohne einigen Keul aus den Wolcken heraus fähret; ich sage: gemeinig-lich; weilen sich zuweilen / wie oben gedacht / auch ein Donner= oder Strahl=Stein dabey befin-