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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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Philosophische und Politische BeschreibungWie mancher stürtzet zwar! doch so daß ihm zu ZeitenSein eigner Unfall muß noch Ehr und Ruhm bereiten.Die V. Frage.Was die Ursache deß Strahls / seines Gewalts / undschlimmer oder ungleicher Bewegung seye?ZBwohlen gegenwärtige Schwerigkeit bereits guten Theils in der zweyten Frag vondem Blitz / wie auch in der erst=abgehandelten vierdten / zur Genüge gehoben worden;so wollen wir doch zu noch mehrerer der Sachen Erklärung beysetzen,§. 1. Daß die Ursach / warum die in der Wolcken eingeschlossene Ausduͤn-stungen sich entzünden / Erstlich die Antiperistasis oder Umstellung seye / Krafft welcher dieWolcken / wann sie kalt werden / sich fester zusammen thun / und auch die zerstreute Theile derAusdünstung zusammen sammlen; die hernach indem sie also beyeinander gehäuffet seynd, sichaneinander reiben, und dardurch verdünnern, einfolglich immer hitziger werden, und letztlich sichentzünden. Zweytens; Die Wiederbrechung oder Zuruckschlagung deß Sonnen=Liechts;welches / weil es auf die Wolcke / wie auf ein Crystall=Glaß einfällt / dieselbe Materi unschwer be-rühret und anzundet. Und drittens; die schiessende Stern; Item / die aus der obern Lufft=Ge-gend herab fallende Feuer=Funcken; und andere feurige Meteora, die von dannen auf den Standder Wolcken abgeworffen werden / und allda die zusammen gehäuffte Ausdünstungen anzünden.§. 2. Daß aber die angezündte Ausdünstung unter= und niederwaͤrts schiesset / sol-ches wird durch den starcken Trieb verursacht den die Flamme / so da dünne / und in derWolcken eng zusammen gedrucket worden, von besagter Wolcke, an deren Seiten sie anschlaͤ-get / damit sie einen Ausgang finden möge empfähet: Gestalten dann der Strahl auf folgendeWeiß entstehet: nemlichen wann viel schweflicht=unn salpetrische Ausdünstungen sich unter dieWolcken eingemengt / und endlich durch die Kälte / und dick=gewordnen Dampff zu Hauffen ge-sammlet worden; so fahen sie so fort Feuer / reissen mit grossem Gewalt ihren engen Kärckerentzwey / und fahren aus den Wolcken heraus.Und hat man sich nicht zu verwundern / daß diese entzündte Ausdünstung / nachdem sie anden Wolcken / die ein gantz anderes und widriges Wesen haben / einen Widerstand findet / mitso grossem Gewalt durchreisset: sintemahlen wir an dem Schieß-Pulver/welches in eine Büch-se oder Papier, oder etwas anderes, so seiner Hervorbrechung widersteht, geladen wird, eingleichmässiges sehen und erfahren. Und scheinet hiebey nur dieses eine Schwerigkeit zu ma-chen: wie doch die Wolcken so grossen Widerstand solten thun können / die gleichwolen das An-sehen haben / als ob sie gantz leichtlich durchzufahren wären? Allein solche Schwierigkeit wirdohne Müh darmit aufgelößt / daß die Eigenschafften der kalten Wolcke / mit denen Eigenschaff-ten der hitzigen und angezündten Ausdunstung nicht überein kommen / sondern einander zuwi-der seyen: Welches / daß es sich also verhalte / aus dem Exempel und Anführung anderer ge-mischter Cörper / die einander dermassen zuwider seynd / daß sie sogar durch eine räumliche Be-wegung vor ihrem Feind wegfliehen / zu erweisen stehet: dann das Saltz spritzt und springt ausdem Feuer und das ungeläuterte ziehe, auf welches man, wann es geschmeltzt wird, Wassergiesset / lauffet und dringt aus dem Gefaͤß und Tiegel heraus. Massen auch S. Hieronymus mel-Hieron.Proverb. det; daß der Salpeter / ingleichem der lebendige Kalch in dem Wasser eben so / wie das Saltz imFeuer krache und knalle. Und wird zu Erweckung eines Thons eben nicht nothwendig ein harte25.6.10.Cörper erfordert; dann es ist eine bereits ausgemachte Sache / daß nicht einmahl das Knalleneines Geschützes von der Härte deß Metalls, sondern von dem hervorbrechendem, und auf dienächste Lufft stossendem / mithin selbige zertheilendem Trieb und Gewalt herkomme: Gestalterman einerley Knall höret; es mag hernach das Geschütz von Metall/ oder von Eisen/ oder vonLeder bereitet seyn,Jedoch thut Bodinus noch diesen Einwurff: Es könne die Wolcke / weil sie sehr dünn undBodin. l.2.weich seye / der Flamme keinen so starcken Trieb geben / daß sie mit äusserster Gewalt auf dieTheatr.Erde hinab geschmissen werde. Antwort: Dieses geschiehet / um die Durchdringung zu ver-meiden: dann die Ausdünstung / die von der allenthalben andruckenden Wolcke in die Enge zusammen getrieben / und hernach völlig und zugleich entzündet wird / erdünnert sich mit einer soschnellen Bewegung, daß die naͤchst=befindliche Feuer=Theile nicht so geschwind weichen undfliehen können / daß nicht die Flamme / die einen so weiten Raum und Platz haben will / fast ineinem