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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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Philosophische und Politische BeschreibungAntwort: unter solche pflegt man zu zehlen; zum ersten / daß es einen Hagel / wann es von Nor-den her; und wann es von Suden her blitze, Schlag= oder Platz=Regen bedeute. Zum andern:ist der Blitz denen am Gesicht sehr schädlich, die selbigen anschauenz und zwar theils darum / wei-len das allzuhelle Licht denen Augen sehr zuwider ist; theils aber deßwegen / weilen die Ausdün-stungen verbrennt und gifftig seynd/ und also, wann sie den über die massen zarten Aug-Apffelberühren / denselben leichtlich verletzen mögen. Zum dritten; so werden an denen Orten, wo eofft blitzet und wetterleuchtet / die Früchte gantz ungesund; wie auch die Weinstöcke wegen böserAusflüsse aus den Blitzen / unfruchtbar gemacht: Wann aber die Blitze hell und klar erscheinen,so sollen sie nicht sonderlich schädlich seyn. Was ein Blitz für ein wunderliche Würckung beyeinem stummen Menschen, der dardurch seine Sprache wieder erlanget, gethan habe, erzehletNic. Tul- Nicolaus Tulpius folgender Gestalten: Als Johannes / den man nur wegen seines zugestossnenpius. Obs. Unglücks den Stummen geheissen / nacher Italien reisen wolte / geriethe er den Türckischen See-Raubern in die Hände; welche, nachdem selbiger durchaus den Türckischen Glauben nicht an-med. l.1.nehmen wolte sich dahero bemühten, ihme die Zunge von Grund aus durch eine zu dem Ende6.41.der gemeinen Rede nach unter dem Kühn gemachte Wunde heraus zu reissen. Wie ihnen aberdieser grausame Handgriff nicht nach Wunsch gelungen / so haben sie denjenigen gantzen Theilder Zungen / der sich bewegt / abgeschnitten / und mithin den Jüngling gäntzlich der Sprach be-raubt; inmassen er auch länger als drey Jahr derselben entbähren müssen; nach deren Ver-fliessung sich ungefehr begeben, daß er einsmals zu Nacht bey eingefallenem starcken Wetter,durch einen unversehenen Blitz erschröckt, und durch dessen schnell vom Himmel abgeschossenemFeuer dermassen sein forchsames Gemuth gerühret worden / daß von selbigem Augenblick anbey ihme / gleichwie vor Zeiten bey deß Cræsi Königlichen Printzen / das feste Band / welches biß-hero ihm die Sprache benommen / mit Gewalt sich aufgelöset. Und hat dieser Jüngling demTulpio selbsten auch bekennet, daß er gleichbalden nach dem Blitz in denen Maͤußlein der Zun-gen, nicht anders als wann die ungleiche Narbe (so er unter dem Kühn von der Wunde, dieihm die See=Räuber sehr grob zugeheilet / annoch gehabt) bereits verschwunden wäre / eine stär-ckere Bewegung verspühret habe.Zweytens: Warum man den Blitz eher sehe / dann den Donner hoͤre? da doch be-kannt seye, daß der Blitz erst auf den Donner folge. Antwart: Weilen die sichtliche Speciesdeß Lichts in einem Augenblick / indem ihnen nichts entgegen stehet / in dem gantzen Zwischen-Raum fortgesetzet; die herrliche Species aber durch die räumliche Bewegung vermittelst der er-regten und wallenden Lufft (worzu eine längere Zeit erfordert wird) nach und nach fortgetrie-ben werden. Und dieses trägt sich auch bey dem groben Geschütze zu: dannenhero die inSchlacht-Ordnung stehende Soldaten, sobalden sie das Blitzen der Canonen sehen, eilendauf die Erde niderzufallen pflegen: Durch welche gebrauchte List Carolns V. in der BelagerungMarsilien auch sein Leben gerettet haben solle.Drittens: Warum es unterweilen blitze und doch nicht donnere? Antwort: Solches ge-schiehet dahero / weilen zu Zeiten die Wolcken dermassen dünne seynd / daß sie der hindurchlauf-fenden Ausdünstung sich nicht viel widersetzen / und doch gleichwolen noch so fest beysammenhalten / daß sie ein Feuer erwecken können. Durch dergleichen Wetterleuchten solle der Him-mel sich abkühlen / und die hitzige Ausdünstungen / so unter Tags die Lufft erhitzet haben verzeh-ret werden.Vierdtens: Warum es hergegen bißweilen donnere, und doch nicht blitze? Antwort:Weilen entweder die Wolcke wenigstens an demjenigen Theil, den sie gegen der Erde kehret,von der Ausdünstung nicht entzwey gerissen wird; oder weilen die Materi der Ausdünstungnicht allzeit wegen vieler untermischter Feuchtigkeit geschickt ist Feuer zu fangen; oder auch /wei-len die Flamme vor anderen darzwischen stehenden dicken Wolcken nicht kan gesehen werden.Woraus man schliessen mag; daß / wann es zuweilen bey heiterer Nacht / und gestirnetemHimmel blitzet, solches keines weges ohne Wolcken und Ausduͤnstungen geschehe: dann ausoben angeführtem ist offenbahr / daß die Blitze aus den Wolcken hervor kommen / diese aber nichtallzeit wegen Abhängigkeit der Erd-Kugel von uns gesehen werden.Anhang.Port.l.12.Mag.nat. folgenden Worten: Nehme zimlich viel deß besten gereinigten Aquavitæ, und wirff einenCampfer Stücklein=weiß darein; welche dann bald sich darinnen auflösen werden. Wannsolches nun geschehen / so schliesse die Fenster und Thüren deß Gemachs wohl zu / damit der Aus-dünstende Dampff nicht verfliege; setze hernach das Geschirr / so mit dem Aquavit, angefüllt istauf glüende Kohlen / die aber keine Flamme geben; und laß es sieden / auf daß alles Aquavit völ-lig ausdünste und ausrauche; da dann ein hochst=subtiler Rauch oder Dampff / den man kaum