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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische BeschreibungDie V. Frage.Von dem fliegenden Drachen.JOn diesem Drachen / davon wir hier handlen / hat sich Paracelsus eingebildet / derselbeseye ein von denen Gestirn erzeugtes Feuer; es haben auch ihrer viele solche MeynungSvon ihme angenommen; und / indem sie durch diese angezündte Ausdünstung sich betrie-gen lassen / darvor gehalten; daß es / gleichwie auf der Erden kriechende / also auchwürcklichen in der Lufft fliegende / und Feuer=ausspeyhende Drachen abgebe; wurden aber hier-zu fürnemlich dardurch bewogen / daß wir das Element deß Wassers zerschiedene Ungeheure / in-gleichem die Erde seltsame grosse Würme / und die Lufft verwunderliche Mucken ernähre / alsoder Himmel ebenfalls seine Salamander in sich haben / und aus seinem Feuer / das ist / aus derFäulung deß brennenden Schwefels erzeugen müsse; welche dann / wann sie sich nicht sehenlassen / im Schlaff und Ruhe begriffen seyen / mithin ihren Schein und Glantz in sich zuruck zie-hen; und nur / wann sie fliegen / von sich werffen / und ausstreuen. So philosophirte zimlich laͤ-cherlich Paracelsus von dem fliegenden Drachen. Allein / wir verwerffen diese wahnwitzige Gril-len / und halten es mit dem Aristotele: nemlich§. 1. Der fliegende Drach ist eine hitzige / nicht sonderlich dicke oder zusammen-gepreßte Ausdünstung / welche / indem sie sich in die Höhe begibt / von der ihr entgegen stehen-den kalten Wolcke zuruck getrieben / und entweder durch die Bewegung / oder aber durch die An-tiperistasin oder Umstellung angezündet wird. Weil sie sich nun von dem Anstoß der gegen-lauffenden Wolcke in der Mitte beuget / so geschiehet es / daß sie einen Drachen-Bauch vorstel-let; und auch die subtilere Theile / so zugleich wegen besagter Anstossung auf die Seite weichen /eine Art von Flügel abbildeten: Worzu noch weiter kommet / daß / dazuweilen der vordere Theilaus einer subtileren Flamme bestehet / es das Ansehen hat / als ob Funcken gleichsam aus einemzornigen Rachen heraus fuhren; so daß es also ein vollkommner Drache zu seyn scheinet.Hiebey wird gefragt erstlich: Woher das Zischen und Getöß / welches zuweilen an diesem Meteoro wahrgenommen wird / herkomme? Antwort: Es rühret daher / daß die von Naturfeuchte Wolcke sich in diese truckene Ausdünstungen eindringet / und mit ihnen sich vermischet.welches mit dem Exempel eines angefeuchteten Schieß-Pulvers bewiesen wird: dann so baldman dasselbe anzündet / so zischet es nach der widrigen Natur / so die Feuchtigkeit mit dem Feuerhat / und gibt ein Getöß von sich.Zweytens: Warum die fliegende Drachen haͤuffiger im Sommer / als im Winter sichsehen lassen? Antwort: Weilen in dem Sommer wegen Grösse der Hitze die Ausdunstungenauch viel häuffiger sich in die obere Lufft=Gegend schwingen und erheben. Und hindert nichtswann man hier einwerffen wolte / daß zu Winters=Zeit mehrer Dünste sich mit den Sinnen be-greiffen lassen; indeme man aus dem Munde der Menschen und der Thiere häuffige Dämpffeheraus gehen sehe: dann solches geschiehet wegen der kalten Lufft / welche diese Dampffe zusam-men treibt, und dick macht; die Sommers=Hitze aber hergegen dergestalten subtilisiret, daß sienicht zu sehen seyn; biß sie endlich in der mittleren Lufft=Gegend wiederum von der Kälte zu-sammen gedrungen; und entweder durch die Antiperistasin oder Umstellug / oder aber durchder Wolcken Gegen=Lauff und gewaltigen Anstoß / wie oben gemeldt / angezundet werden.Drittens: Was dieses Mercorum oder Lufft=Feuer bedeute? Fromondus antwortetDie fliegende Drachen seyen Zeichen der Pestilentz und vieler Kranckheiten; weilen nemlich dieLufft mit häuffigen Ausdünstungen angefüllt und angesteckt seyn müsse / und dahero so grosseund ungeheure Meteora herfür bringen känne. Sonsten aber ists ein verwerfflicher Aber-glaub / sich einzubilden / daß solche fliegende Drachen ohne Lebens=Gefahr nicht mögen angesehenwerden; inmassen ihrer viel selbige gesehen / und doch noch dato bey Leben seyn.Vierdtens: Ob man auch durch Kunst einen fliegenden Drachen nachmachen und zu-wegen bringen könne? Ich antworte mit ja: Nehme lang=geschnittne lederne Riemen; beutzesie in Brandwein / worinnen zuvor Campher zerlassen worden; bestreue sie hernach mit Schieß-Pulver=Staub; zünde sie an / und wirff sie von einem hohen Ort in die Luff hinaus; so hast dueinen fliegenden Drachen.Woli⸗