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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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werden. Wir

der in der obern Lufft erzeugten Dinge.fahren seyen. Was Cardanus berichtet / ist ebenfalls wohl zu hören / wann er schreibt: Man Card. l. 8.muß billich unter die Miracul deß Menschen rechnen / was einem gewissen Mönch / Carmeliter= variet. c.Ordens / 13. gantzer Jahr lang unaufhorlich begegnet ist: Dann so offt derselbige seine Kappe 43.über den Kopff hintersich hinab streiffte / so fuhren Feuer=Funcken aus seinen Haaren heraus.Es haͤngt sich aber dieses Feuer nicht nur an die Haare der Menschen / sondern auch deranderen Thiere ohne Schaden an: dann Scaliger erzehlet; er habe ein weisses Calabrisches Scal. Ex-Reuter-Pferd gehabt, welches, wann es im Duncklen oder bey der Nacht gestriegelt worden, ercu.Feuer=Funcken von sich gestreuet habe: Welches die Historien ebenmässig von dem muthigenPferd deß Kaysers Tiberii vermelden / daß nemlich aus desselben Kopff öffters eine Flammehervor geblitzt seyn solle. Und hiehero können auch die Feuer-Funcken, die man bißweilen ausder Katzen Fellen und Haaren hervor schiessen siehet / gerechnet werden; wovon bereits obenSect. 2. Frag 1. Meldung geschehen.Hier wird nun gefragt: was die Ursach dieser Entzündungen seye? Worauf zwar To-bias Tanlerus antwortet: Solches seyen gleichsam Göttliche Vorbedeutungen über vortreffli=Tanler.che Leute/und stecken in der Majestaͤt drr Natur verborgen; allein / wir verwerffen billich sothane Meteor.Beantwortung: dann was für eine Vorbedeutung kan wohl in dergleichen Flammen verbor= Disp. 3. ih.gen stecken / die da sowohl an Thieren / als Menschen / sowohl an Heyden / als Christen ohne Un= 4.terschied sich sehen lassen? Ist dahero besser wir mit denen Conimbricensern Tract 2. inlibb. Meteor. Aristot. c. 2. darvor halten und behaupten / daß§. 2. Diese Flamme aus einer duͤnnen und subtilen Ausduͤnstung / auch zuweilenaus dem Schweiß derjenigen Thiere entstehe, die ein sehr hitziges Temperament haben;wann selbige nemlich sich durch eine starcke und schnelle Bewegung erhitzen / und eine fette undklebrichte Feuchtigkeit von sich außstossen / welche sich hernach auf Art und Weiß / wie die Irr-wische / entzündet. Zu Zeiten rühret besagte Entzündung auch von der Zusammenstossung / undAntruckung vorerdeuter Ausdünstungen her; die offt/ und zwar meistentheils im Winter, wieein Rauch hervor brechen / sich sodann zusammen setzen und entzünden. Dannenhero berichtetLivius von L. Martio, so zwey Armeen commandiret; daß als er eine Rede an das Kriegs-Volck gethan / aus seinem Haupt eine grosse Flamme zu grosser Erstaunung der umstehendenSoldaten heraus gefahren; und er selbsten doch das geringste darvon nicht verspühret habe.Wie dann nicht minder Alexander Magnus, wann er sich in einer Schlacht sehr erhitzet / ge-meinglich aus Scheitel und Gesichte Feuer=Funcken ausgespritzet. Und sothaner unserer Mey-nung gibt auch Fromondus Beyfall / mit dem Zusatz: daß dergleichen Feuer sich um die Haͤupterderjenigen, die von Zorn wüten, oder sich mit Wein überfüllt, darum ehender erzeigen, weilenbey solchen Leuten sich die Schweißlöcher eröffnen / und desto mehrere / auch zum entzünden be-quemere Geister ausstossen.Hierwider koͤnnte man zwar einwenden: die erst=angeführte Ursache der Entzündung gel-te wahrscheinlich nur in denen Faͤllen, wo ein sehr hitziges Temperament, eine feurige Comple-xion, und eine uͤberfluͤssige innerliche Hitze sich findet; So aber alles bey Knaben / Maͤgdlein /Katzen / und viel anderen Thieren nicht anzutreffen seyn möchte. Allein / ist darauf zu antwor-ten: es seye gantz glaublich, daß bey diesen und dergleichen anderen keine Entzündung geschehe,sondern nur bloß ein gewisses Licht in Gestalt eines Leck=Feuers erscheine. Derowegen macheich den Schluß / daß§. 3. Die von den Thieren ausgehende Geister und Dünste offtmals nur ein Lichtoder Schein / und keine Flamme geben. Auf solche Weiß streuen die glaͤntzende Johannes-Kaͤferlein eine geistige Feuchtigkeit / und einen ausfliessenden Dunst von sich/ziehen auch selbigenwieder zuruck / wie sie nemlich nach ihrem Belieben viel oder wenig scheinbar seyn wollen. Wel-ches ebenfalls von den oben gemeldten Katzen muß verstanden werden: dann es wird aus derHaare und der Geister Bewegung nur ein blosses Licht hervor gebracht / daß nicht brennet: undlaßt sich solches gar füglich mit dem Exempel deß Zuckers beweisen: gestalten / wann man beystockfinsterer Nacht ein Messer an denselben reibet / man wahrnehmen wird / daß Feuer=Funckenheraus springen; so nichts anders / als leuchtende Ausdünstungen der Geister seynd. Daheroists gekommen / daß Kayser Tiberius gläntzende Augen gehabt / und bey Nacht eben so klar / alsbey Tag gesehen: welches auch von dem Mario und Sylla erzehlet wird. Und von dem Welt-weisen Asclepiodoro berichten die Geschicht=Schreiber / daß er bey Nacht ohne Licht habe lesenund schreiben können; wie dann die beede Scaliger und der Casaubonus ein gleichmässiges vonsich selbsten / wiewohl mehr aus Eitelkeit / als der Wahrheit gemäß / rühmen wollen. Sonstenist / wie Fromondus meldet / einem / der deß Spanischen Weins zuviel zu sich genommen / diesesbegegnet / daß / als er vom Schlaff bey Nacht aufgewacht / ihn bedunckt / es seye heller Tag.Jedoch ist zu mercken; daß diese Geister und Ausdünstungen nicht nur aus Ursachen ei-ner natürlichen Bewegung oder Zorns oder überflüssigen Weintrinckens in die Augen sich zu-sammen