Philosophische und Politische BeschreibungEs ist aber hiebey zu mercken / daß dergleichen Vorbedeutung auf zweyerley Weiß koͤnneverstanden werden: Dann erstlichen / so geben zum Exempel die feurige Lufft=Zeichen eine über-flüssige hitzige und truckne Ausdünstung zu erkennen / die da nicht nur die Lufft=Gegend aus-trucknet / sondern auch die menschliche Cörper durchtringet / die Galle erreget / und Kranckheiteninsonderheit bey denen / die von einer zarten und schwachen Natur seynd / verursachet; hernachkönnen sie auch etwas vorher bedeuten; wann nemlichen zum Exempel die Cometen aus Ver-ordnung der Göttlichen Vorsehung darumb gemeiniglich scheinen müssen / damit dardurch de-nen Menschen ihr bevorstehendes Unglück verkündiget merde. Wobey jedoch wiederum dißzu mercken, daß solcherley Wunder-Zeichen nichts destominder aus natürlichen Ursachen, dievon der Göttlichen Weißheit vorbestimmt und bereitet werden / auf daß sie zu gewisser Zeit zu ein-oder anderer Würckung / als etwa zu Entzündung und Anfeurung der Cometen / ihren BeytragDamasc. thun können / entspringen. Dannenhero spricht D. Damascenus: „Die Cometen / welche aufl.2. fid.„GOttes Befehl zu gewissen Zeiten erscheinen, und wiederum sich verlieren, bedeuten gemei-Orth. c.7„niglich den Todt grosser Fürsten und Herren.Gleichwolen ist diesemnächst in Obacht zu nehmen / daß dergleichen himmlische Zeichenoͤffters auch Vorbotten glücklicher Zufaͤlle seyenz allermassen aus den Geschichten voriger Zeitenerweißlich vorkommt. Ein solches Zeichen war dorten das jenige (der ubrigen anjetzo zu ge-schweigen / deren wir anderswo erwehnen wollen /) dessen / daß es an dem erfreulichen Gebuhrts-Antonin. Tag unsers Erlösers sich gezeiget / D. Antoninus folgender Gestalten gedencket: Als der Rath1. part. inzu Rom beschlossen hatte / den Augustum für einen GOtt zu verehren; ward die Sybilla in eineChron.Kammer beruffen, damit man von ihr vernehmen möchte, ob dem Augusto jemand in demReich nachfolgen werde? Worauf selbige dem Kayser einen in der Lufft hell=leuchtenden guld-nen Crayß in dessen Mitte eine Jungfrau, so ein Kind auf den Armen hielte, erschienen, gewie-sen; da auch alsbalden eine Stimm gehöret worden: Diß ist der Altar deß Himmels. Undward der Kayser von der Sybilla ermahnet, selbiges Kind anzubetten: von welcher Zeit anman besagte Kammer den Altar deß Himmels genennet hat. Hierüber lasset sich der Man-tuanische Poet also hören:Fulgentem nitido monstrabat in aethere circum,Ibidemque inclusam parva cum prole parentem;Atque manum tendens, vultuque ad sidera verſo,Ille puer Deus eſt, inquit.Sie zeigte einen Crayß / der an dem Himmel blickteUnd einen hellen Glantz mit Strahlen von sich schickte;Derselbige umschloß die Mutter samt dem Kindt:Drauf eilte sie die Haͤnd und Aerme auszustrecken,Sie hub die Augen auf mehr Andacht zu erweckenUnd ruffte: dieser Knab ist / und wird GOtt genennt.§. 3. Weilen in der Natur alle Dinge zu einem gewisen Zweck und Ende abzie-len; so ist der Meteoren End-Ursache auch entweder Pyhsicalisch und Natürlich oderTheologisch. Jene oder die natürliche End=Ursache bestehet darinn / daß die gantze Weltrechtund wohl regiert / die Elementen miteinander nutzbarlich vermengt / die Lufft gereiniget / und dieErde fruchtbar gemacht werde: und also dienen die Regen / der Thau und die Wolcken zur Be-feuchtug der Gaͤrten / Wiesen und Aecker, damit sie nicht durch der Sonnen⸗Hitze ausgebrenntwerden, und zugleich die Hoffnung einer reichen Einsammlung verlohren gehen möchte: so wirdebenmässig die Lufft durch die Winde von denen schädlichen Feuchtigkeiten gereiniget; ja dieCometen selbsten verzehren mit ihrem Feuer die von der Erde aufgestiegene pestilentzische Aus-dünstungen; so daß solcher Gestalten alle Meteoren zum gemeinen besten aus einer natürlichenEnd=Ursache ausschlagen und gedeyen. Die andere End=Ursache aber ist wie gemeldt/ Theo-logisch; und bestehet in der Erkänntnus, Liebe und Ehre GOttes, wie auch ein Erschreckungder Gottlosen: Wann nemlichen die Göttliche Rache einen Cometen / als einen unglücklichenKriegs= und Pestilentz=Botten abschicket und andere Lufft=Zeichen / die Ruchlose zu erschrecken /D. Dam. anzuͤndet; wie gar wohl von D Damasceno angemercket wird / indem er spricht: „GOtt redetMedit. 2. „nicht nur mit denen Menschen durch die heilige Propheten vermittelst menschlicher Zunge / da-lib suae po-„mit sie von den Sünden ablassen und Busse thun mögen; sondern auch zuweilen mittelst derren.c.„Elementen, aus welchen er zerschiedene Formen und Bilder zum Schröcken der Gottlosen zumachen pfleget. Wiewohlen diese unnatürliche End=Ursache denen Meteoren einig und al-
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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