der in der obern Lufft erzeugten DingePurpureo rosa stat cultu, & dispergit Odorem,Hortos thesauro duplice pulchra beans.Virtuti studeas, famae & servire memento:Sic benè lucebis nomine, olebis item.Wie prangt die Rose nicht mit doppelt reichen Schätzen?Wann selbst der Purpur-Schneck vor ihrer Farbe weicht;Und ihr Geruch dabey auch kan die Sinn ergötzen /Dem nicht an Lieblichkeit Zibet und Bisam gleicht.Du solt nach Tugenden und gutem Leimuth streben /So wird dein Nahm und Ruhm stets bey der Nachwelt leben.Die v. Frage.Ob alle Meteoren aus natürlichen Ursachen entsprin-gen? und ob sie etwas vorbedeuten können; wie auchwas ihr End=Ursache seye?Jewolen zerschiedene Dinge / so in der Lufft / oder zuweilen anderswo gesehen /und vor Wunderzeichen gehalten werden / ihre natürliche Ursachen haben / gleich-wie die Cometen; so finden sich doch auch einige / die keines weges von dem Ein-fluß natürlicher Ursachen herrühren; als da sind die am Himmel erscheinendeKriegs-Heere, und andere dergleichen Gesichte, welche durch die Würckuns-Krafft der himmli-schen Cörper nicht formirt werden können: Derowegen entstehen dieselbe entweder aus der er-sten Haupt=Ursache / wodurch die gantze Natur regiert und erhalten wird; oder sie werden vonden Engeln; oder aber auch von den bösen Geistern theils selbsten, theils vermittelst der Zaube-rer und Hexenmeister auf Göttliche Zulassung gewürcket: in welchem Absehen dann der Hey-den=Lehrer solche böse Geister Fürsten der Lufft nennet? und der Psalmist im 77. Psalmendeutlich zu verstehen gibet, daß der Hagel, wormit die Egyptier geplaget wurden, durch die bö-se Geister erreget worden seye: Ja es wollen die meiste Heil. Vaͤtter und Ausleger darvorhalten / es seyen ebenfalls die vier Geister / die der Heil. Johannes in seiner Offenbahrung an Apoc. c. 7.den vier Enden der Erde stehen / und die vier Winde der Erden halten sehen / damit sienicht über die Erden / noch über das Meer / noch über einigen Baum blasen / mithin de-nen Menschen der grösseste Schaden zugefüget werden möchte / böse Engel gewesen: Und er-hellet über diß auch dergleichen genugsam aus unzehlichen Geschichten / und sowohl alten alsneuen Exemplen. Wem ist nicht bekannt, daß der Gothen König Erich nach seinem Beliebenbloß mittelst Umbdrehung deß Huts / als gleichsam eines gegebnen Zeichens / die Winde zu seiApul. l.i.nem Willen gehabt / und herbey gebracht habe? „Apulejus gedencket eines Wirths / dessen Ehe-weib / wie er meldet / den Himmel herab ziehen / die Erde uͤber sich heben / die Verstorbene aus-dem Grab heraus ruffen, und die Sterne verfinstern können.„ Von denen Lappen, Finnenund Biarmischen Völckern erzehlet Olaus Magnus, daß sie Winde zu erregen / und denen Ol. Mag.Schiffenden, welche sie darvon zu ihrer Reiß gut und bequem erachteten, zu verkauffen pflegten.l.1. c.1.So bezeuget gleichfalls Alexander Gregorinus, daß drey Horden der Tartaren die Gewohn-heit haben, durch ihre Teuffels-Künste dicke Nebel und anderes Ungewitter zu machen, und al-so offtmahls ihre Feinde aus dem Feld zu schlagen. Wer mehr hiervon zu wissen begehrt / derlese Olaum Magnum l. 3. c. 16. Delrium l. 2. disqu. mag. &c. Bodinum l. 2. c. 8. und SchottumPhys. cur. I, I. c. 34:§. 2. Beede Arten dieser Lufft-Zeichen zeigen zuweilen entweder eine wichtigeBegebenheit an / die eben geschiehet oder schon geschehen ist; oder aber deute auf einzukünfftiges Übel/ und auch manchmahlen auf ein Glück/ so denen Menschen begegnen solle; wie an seinem Ort wird vermeldet werden. Dannenhero M. Tollius aus dem M.T.Cie.Clearthe anführet, und darfür hält, daß die himmlische Wunder-Zeichen unter die 4. Ursachenl.2. dezu zehlen seyen / wodurch die Erkänntnus deß Göttlichen Wesens denen Menschen beygebrachtworden; und das erdeute Zeichen zu Zeiten Vorbotten grosser Unglücks=Fälle zu seyn pflegen.
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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