Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.stehe ich nach der Lehre der Peripateticorum nicht unbillich die vorläuffige Neigungen / Zufäl-tigkeiten und Zustande, welche deßwegen in der Materi befindlich seyn müssen, damit vermit-lelst derselben und nach denselben zwar der Zeit nach zugleich doch der Natur nach spater / diePeripatetische wesentlich=materialische Form sich erzeige und herfür komme. Ich setze ein Exem-pel: wann aus dem Holtz ein Feuer hervor gebracht wird / so sagt man nach der eigentlichenPeripatetischen Meinung / daß die allerkleineste Theile (welche aber nicht deß Epicuri Lufft= oderSonnen-Staͤublein seynd) deß Holtzes selbsten durch die Hitze hefftig erregt werden / theilsauch davon sich absondern und hinweg fliehen / theils hergegen aus dem Feuer heraus gehenund zu dem Holtz sich hinzu nahen / und mit desselben übrigen kleinen Theilen mittelst einer be-quemen Form und Zusammenfügung nach abweichung der wässerigen Feuchtigkeit durch eineim Holtz zuruck gebliebene zaͤhere Feuchtigkeit verbunden und vereiniget werden; so daß/ wannalle diese Ordnungen und Neigungen bereits vorhanden / sie alsdann zum ersten anfahen / in demHoltz eine zufällige Form zu seyn / welche man eine Hitze im höchsten Grad betittult / und welcheauch vorhero schon eine vorläuffige Neigungen erfordert, nicht minder selbsten zusamt densel-ben eine weitere Form, das ist, eine Form, die sich ergibt und herfür bricht, wann man von demFeuer sagt, es seye erzeugt oder zuwegen gebracht / veranstaltet. Und auf solche Weiß hat manvon allen übrigen Ereignungen an einem natürlichen Cörper zu reden und zu urtheilen: inmas-sen wir uns auch obiger Wort und Benennungen bloß zur Erklär= und Erläuterung bedienen;Zumalen da ein Naturkündiger fürnemlich dahin seinen Fleiß anwenden solle / damit er die Di-positiones oder Neigungen recht untersuche und erforsche: dann es können selbige nicht an-ders, als nur aus dem Toto, oder dem gantzen, obwolen nicht ohne vieles Nachsinnen und pro-biren in Cörperlichen Dingen verstanden und erkannt werden.Politische Schluß=Rede.Durch treffliche Thaten wird ein grosser Nahme erworben.Ch wünschete/daß ein Politicus unsterblich/ und auch nach dem Todt leben möchte: Es; lassen zwar Eltern offt eine grosse Anzahl Kinder und Encklen nach sich / damit sie in de-nenselben leben; einem Politico aber rathe ich / daß er Kinder fürtrefflicher Thaten erzeu-ge; dann auf solche Weise wird er durch die Gebuhrten seines Gemuͤths immerdar leben, undund unsterblich werden. Wann er ihme fürnemlich die Zierde der Tugenden läßt angelegenseyn, so wird sich alsbalden auch der gute Geruch eines schönen Lobs einfinden: Dann diesesletzte ist eine Dienerin der Ersten. Gleichwie die Lilien und Rosen nicht nur mit ihrer Zierdeallein prangen / sondern auch wohlriechende Schätze in die Lufft ausstreuen; ingleichem die un-ter dem Mond stehende vermischte Cörper ihre Krafft in die Lufft nach der Höhe schicken / undhernach allda solche scheinende Zeichen / die sowohl leuchten als gläntzen / verursachen; Eben alsomuß man ein Angedencken redlicher Thaten auf die Nachkommenschafft fortzubringen / mithinsich dergestalten befleissigen / daß man allzeit wohlrieche / helle leuchte / und mittelst der Tugend-Zierde ihme selbsten einen Ruhm=Geruch erwerbe. Nach einem guten Nahmen trachten / istkein Rauch eiteler Ehrsucht / sondern vielmehr eine Fackel eines ehrlichen Gemüths / wormitandern vorgeleuchtet wird / damit sie auch lernen etwas rühmliches verrichten / und sich durch denGeruch frembder Thaten anreitzen lassen.Es ist nur ein Ding/wornach man mit unersätt= Tac.l. 3.licher Begierde streben solle; nemlich daß man eine rühmliche Gedaͤchtnus hinterlasse: dannannal.wer einen guten Nahmen verachtet und gering schätzet / der gibt an den Tag / daß er keine=-gend achte. So lautete das unvergleichliche Urtheil deß Kaysers Tibery. Was hat demtapffern Generalen Themistocli so viel unruhiger Nächte gemacht / und ihme allen Schlaff be-nommen? Deß Miltiadis Siegs-Zeichen, sagte er, wecken mich aus dem Schlaff aufdann er sahe gemeldte Zeichen nicht nur in den Historien=Büchern aufgezeichnet / sondern auchin den aufgerichten Ehren=Säulen vorgestellt: Und diese Begierde schön zu leuchten munterteihn auf / daß er zu sagen Pflegte:Es beduncke ihn keine Stimme lieblicher / als diejenige / wo-durch das Lob seiner Thaten besungen werde. Ein guter Nahm und Leimuth ist eines unge= Valer.meinen Werths: Dann die Tugenden seynd dessen eigen Gut. Die erste Stuffe ist / daß man Max.I.8.ein gutes Lob erworben habe: darauf erfolget hernach / daß man durch die Trompeter der Ehreder Nachwelt bekannt gemacht wird; und dieselbe sich auch zu löblichen Dingen gewöhnenge. Gleichwie die Raqueten, sobald sie in die Höhe gestiegen, einen Schein, denen Sternengleich von sich geben; also wird auch von der Politischen Ehr- Hitze denen Wercken der Hän-de eine Fackel angezündet / wordurch ebenfalls andere zur Nachfolge sich bewegen lassen. Vondergleichen Liecht / Antrieb oder Liebes=Tranck wurde Domitius Corbulo, welchen Tacitus der Tacit, ingantzen Welt anrühmet / gerühret: Dann da er in Armenien geschickt worden / daselbsten das vn.Regiment