Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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l.u. pr.de mu.honor.

Philosophische und Politische Beschreibungnen=Strahlen / und dann des unterirdischen Feuers / meistentheils eine laulichte Wärme; wie-wohlen sie in vielen Länderen, wo nemlich gemeldte Ursachen nicht vorhanden beedes wegen dernahen Erde und auch des Eiß=kalten Wassers eine ziemlich starcke Kälte zu fühlen giebet.Jedoch möchte man wider erst=besagtes, die Kälte der mittlern Lufft=Gegend betreffend,folgendes einstreuen:Die Lufft ist ihrer Natur nach / wie erwehnet worden / warm; daherowird sie auch vermög ihrer wärmenden Krafft verhinderen / daß die Dämpffe nicht wieder zuihrer angenatürten Kälte zuruck kehren. Item alles, was gewaltsam, und wider die Naturist / dauret nicht lang / nach des Philosophi Ausspruch: Nun ist aber die allzu grosse Kälte derwarmen Natur des Luffts zuwider; derohalben kan die Lufft eine so grosse Kälte nicht behal-ten. Worzu auch dieses kommt, daß dieselbe Lufft schwärer wäre, als die unsre, worinn wirleben, weilen die Kälte zusammen stoppet, und schwer machet; woraus erfolgte, daß der eineLufft=Theil durch eine stete Abwechßlung wegen seines Gewichts und Schwäre untersincken,und hergegen der andere in die Hohe steigen würde: welches aber ungereimt zu sagen. Al-lein / hierauf wird diese Antwort versetzt: Obwohlen die Lufft ihrer Natur nach warm ist / so hatsie doch in der mittleren Lufft=Gegend keine kräfftige Warme, zu verhinderen, daß die Aus-dämpfungen sich nicht solten wieder zu ihrer angenatürten Kälte zuruck wenden; absonderlichwann die Dämpfe ein wenig dicke seynd, und durch ihre Dicke die Würckung der Lufft zurückhalten; da sie ohne dem an und für sich selbsten mehr Kälte, als die Lufft Wärme, erheischen:Angesehen sie einer waͤsserigen Natur sind / welche eine ungemeine Kaͤlte erfordert: wodurchdann geschiehet / daß die Form der Dämpffe aus einem naturlichen Antrieb viel kräfftiger ist / indenselben eine Kälte herfür zubringen; als die Lufft eine Wärme zu erwecken/ und den Lauf so-thaner natürlicher Kälte zu hintertreiben. Auf das andere aber gibt man diese Antwort: wannetwas der besonderen Natur eines Dings dergestalten zuwider seye / daß es sonsten und ausserdeme mit der allgemeinen Natur, oder der Ordnung und Vollkommenheit des gantzen Welt-Gebäudes überein kommet / und derselben nüthig ist / (auf welche Weiß sich nemlich die Kältegegen der Lufft der mittleren Gegend verhält) so könne dasselbe gar wohl beständig dauren;und müsse der Aristoteles keines weges von einem dergleichen gewaltsamen Dinge verstandenwerden. Und letzlichen / obschon die Lufft der mittlern Gegend wegen vorhandener Kälte einigeSchwere bekomme / so seye die unterste Gegend doch noch schwerer / weil sie viel irrdischer Ver-mengungen mit sich führet.Demnach schliesset man; wann gleich gemeldet worden / daß der eigentliche Sitz derMeteoren in diesen dreyen Lufft=Gegenden seye, so falle es doch glaublich, daß auch einige ei-gentlich also genannte Meteorische Eintruckungen oberhalb allen drey Lufft-Theilen sich befin-den, und inner dem Himmel selbsten gezeuget werden: Allermassen die Stern=Gelehrte solchesnicht in Abrede seyn, ja vielmehr gestehen, daß über der Venus und dem Mond sich hättenCometen sehen lassen. Und wer wolte die Flecken und Facklen der Sonnen nicht auch unterdie Meteora zehlen? ohngeachtet dieselbe doch in der Sonne selbsten befindlich; wie anderswosolle erwiesen werden.Politische Schluß=Rede.Ein Politicus soll Stuffen=weiß in die Höhe steigen.NB ich dir zwar zwey Flügel geben will / damit du darvon fliegen / und weil du von GOtthergekommen / widerumb zu GOtt deine Zuflucht nehmen mögest; so gehet doch meineMeinung zugleich dahin / daß du langsam eilen sollest: welches eben das ist / was Kay-ser Augustus Sprichworts=weiß zusagen pflegte: Festina lente; Nur eile / mit Weile. Eswerden dir wohl auf der Spitze des Olympi drey Belohnungen und Ehren-Nahmen gezeigetund angebotten; allein / du must nicht alsbald nach dem höchsten trachten. Man muß Stuf-fen=weiß fortgehen / nicht aber einen Sprung thun / und sogleich mit Hindansetzung des Mittelsdie Spitze erreichen wollen. Ehren-Stellen sollen Saffel weiß erworben / und von derUntersten biß zu der Obersten fortgeschritten werden. Gleichwie eine Rakete in einemAugenblick in die Höhe steiget / in dem Auffsteigen aber schwach wird / und dann in der Höheerberstet; also ist auch ein durch Eyl erjagter Ruhm / dem Sturtz am allernechsten. Wer denBerg Olympus besteigen will / der kan solches nicht anders dann Fuß für Fuß verrichten; undniemand wird nach des L. Aurelii Commodi gebrauchter Redens=Art biß an die oberste Lufft-Gegend kommen können / er habe dann vorhero die Mittlere / und zwar nach und nach / durch-wandert. Laß es seyn / daß ein aus der Erde steigender Dunst in Ehrgeitziger Eile sich nachder Himmels=Spitze hinauff schwinge: er wird bald zu einem Blitz werden / der in einem Au-genblick verschwindet. Es mag ein Dampff schnell nach der mittlern Lufft=Gegend durchdrin-