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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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stammenden Ordo erschien ein Erzbischof schon am Bette des Königs, zwei Bischöfegeleiteten ihn vor die Kirche, wo ein anderer Erzbischof ihn empfängt. Der ersteErzbischof spricht bereits das Gebet: „Omnipotens. . . qui famulum tuum", dasspäter erst der Coronator in der Kirche betete.

Zu S. 68. 5 Bei der Krönung Maximilians waren bei dem Empfang hinterMainz und Trier fünf Weihbischöfe und Äbte. Die Ordnung des Stiftes von 1442erwähnt nur den Kölner. Den Grund dafür, daß nun auch Weihbischöfe erschei-nen, erfahren wir durch den Brief des württembergischen Vertreters Dr. JohannesReuchlin, des großen Gelehrten, an seinen Herrn Grafen Eberhard im Bart. Die Krö-nung war auf den 6. April angesetzt, aber da der Erzbischof vonTrier, Johann Mark-graf von Baden, verlangte seine Suffragane bei der Krönung zu haben, die anderenErzbischöfe widersprachen, mußte die Krönung auf den 9. April verschoben werden.Dem Trierer wurde die Begleitung seines Weihbischofes zugestanden u. damit wohlauch Mainz und Köln gegeben (Ztschr. f. Gesch. d. Oberrheins N. F. 13, 553).

Zu S. 68. 6 Bei der Krönung Maximilians kennen wir die Deputation desKölner Domkapitels. Es waren der Dompropst und der Chorbischof, dann von denEdelkanonikern Markgraf Rudolf von Baden, einer von Reichenstein; von denPriesterkanonikern Meister Heinrich Steinweg und der Kölner UniversitätsprofessorUlrich Kreidweiß. Also sechs. Annalen d. h. V. f. d. Niederrh. 15, 6.

Zu S. 68. 7 Dem Gedränge vorzubeugen, wurde bei der Krönung Maxsbestimmt, daß innerhalb der Schranken die Grafen und Herren und 4 resp. 2 Rätejedes Kurfürsten und Fürsten Platz haben sollten. Die Edeln, die aber ihre Dienerund Hofgesinde seien, sollten außerhalb der Schranken oder auf der EmporkircheUnterkunft finden. Die Listen waren an Sachsen als Erzmarschall einzureichen,die einzelnen Marschälle sollten an der Kirchentür Anweisung geben und Aufruhrverhindern. Trotz dieser löblichen Anordnungen gab es ein starkes Gedränge, dasuns Reuchlin beschreibt: Am Krönungstage früh wurden alle Menschen aus derKirche getrieben, der Chor wurde abgeschlossen, die vier Säulen hinter dem Krö-nungsaltar und die Zwischenräume zwischen den Pfeilern waren mit Brettern ver-bunden, so daß „der gemeine Mann nicht mehr in der ganzen Kirche als einen ring-weisen schmalen Gang habe mochte". Alle Türen, mit Ausnahme des Wolfstores,wurden verschlossen. Reuchlin als einziger Vertreter Württembergs schloß sich andie österreichischen Räte an, er kam aber mit dem Grafen von Zollern, dem Herrnvon Rapoltstein, den brandenburgischen und österreichischen Räten um so mehrins Gedränge, als gerade der Kölner Erzbischof auch hinein wollte, „einem Teileerlag der Atem." Er wurde durch drei Türen gepreßt. Als auch in der KircheGedränge war, kamen Kaiser und König. Man hatte ausgeschrieen, wo mehrere ineiner Botschaft seien, solle nur einer bleiben. Des tröstete sich Reuchlin und bliebda. Hier gab es also noch eine leidliche Ordnung. Bei der Karls V. waren zwarauch manche Beratungen über Einzug usw. gepflogen worden (Wrede a. a. 0. 87,Anm. 3 zählt sie auf), aber das Entscheidende war unterblieben: die Absperrungin der Kirche. Vgl. Classen a. a. 0. S. 20 f. Bei der Krönung Albrechts I. begannman äußerst früh mit der Feier, aber es hatte nur wenig Wirkung. Vgl. Gottfriedv. Ensmingen, Mon. Germ. SS. 17, 139. Bei der Krönung Siegmunds blieben nachdem Savoyischen Berichte Über 5000 Ritter und Edle draußen.

Zu S. 69. s Vgl. den von Seemüller herausgegebenen Bericht Mitt. Inst,f. österr. Geschichtsschr. 17, 635 (auch Reichstagsakten 16, 192).

Zu S. 70. 9 Es fiel nach altem Rechte der Kirche zu. Bei dem Anzüge desKönigs war auf die Salbung schon Rücksicht genommen. Nach der städt. Ordnungsollte er anhaben: „eine Joppe, die an dem Rücken offen ist, einen langen Rockbis auf die Erde und einen langen Mantel, der zu beiden Seiten offen sei, alles dazugerichtet, damit man ihn die Salbung in dieser Kleidung tun kann." Reichstagsakten16, 174 [17].

Zu S. 71. 10 So unklar war diese ursprünglich an das Volk gerichteteFrage in ihrem Sinne geworden, daß nach Maurus Erzbischof und Abt sich nur an.