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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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Zu S. 65. l " Hier war wohl eine Konfusion eingetreten. Denn nach derstädtischen Ordnung a. a. 0. hatte der Vogt von Aachen, der Herzog von Jülich,Recht auf dieses Roß. Und das wurde auch unter Maximilian ausgeübt (Ann. d.hist Vereins f. d. Niederrhein 15, 5. Freher 3t). Jene Ordnung gibt aber außerdeman, daß auf dem letzten Ritte von der Kirche in die Herberge der König wieder ritt,und dieses Pferd nimmt des Bischofs von Köln Marschall (172 [12]). Ob das beiFriedrich III. gehandhabt wurde, ist aber zweifelhaft; denn der Inhaber des jülichi-schen Erbmarschallamts beurkundete 1448, daß ihm der Hengst gebührt hätte, erihn aber nicht erhalten habe, Der Streit war sehr alt, bei dem Einritte König Adolfswaren darum manche Schwerter gezückt worden, wie Graf Ruprecht von Virneburgnoch 1350 bezeugte. Der Herr von Valkenberg hatte sich darauf gesetzt und brachtees in seine Herberge, doch schickte er es dann mit Sattel und Zaum an den Marschallvon Alfter. Der König hatte zugunsten von Köln eingegriffen. Für die KrönungHeinrichs VII. liegen zwei nach Jülich gegebene Erklärungen vor von 1349, daß dasRoß an den Marschall von Alfter von Rechtswegen gegeben wurde. Es war also auchbei der Krönung Karls IV. Streit. Bei Ferdinands I. Krönung erhielt das Roß derErbe der Marschälle von Alfter, der Graf Salm-Reifferscheid, besaß es eine Nacht underhielt 200 Kronen dafür. Vgl. Annalen d. hist. Ver. f. d. Niederrhein 26, 319—23,Classen S. 28, Anm. 2. Das Recht des Coronators und des Vogtes von Aachenstanden sich also Jahrhunderte hindurch gegenüber. Bei der Krönung Karls V. warder Streit nach den Berichten eigentlich zwischen anderen. Die Anrechte des Schwar-zenbergers sind nicht angegeben. Nach einem Berichte über die Krönung Karls wieMaxens hätte das Roß dem Propste zugestanden (Wrede S. 94 u. Müller, Reichs-tagstheatrum 1, 32), was sicher irrig ist (vgl. ebda. 1, 34).

Zu S. 66. 18 Die Ordnung des Kapitels von 1442 stellt das als Regel dar(Reichstagsakten 16, 177, ic).

Zu Kapitel VII.

Zu S. 67. ' Von den 13 Krönungen seit dem Interregnum fielen vier aufeinen Sonntag, zwei auf Epiphanie, eine auf Jacobi apostoli.

Zu S. 67. - Die Kapitelsordnung v. 1442 sieht Besprechungen des Königsmit dem Kapitel über die Ceremonien vor. Er könne dann auch zwischen den Pfeilernund auf der Empore die Anbringung hölzerner Schranken befehlen; der so abge-sperrte Raum stehe bei der Krönung dann den Kurfürsten, einigen anderen Fürstenund Edeln, die der König dazu bestimme, zu, damit sie von dem Menschengedrängenicht gestört würden. Als Maximilian nach Aachen kam, waren noch keine Vor-bereitungen getroffen, wie sich sofort am folgenden Morgen (5. April) ergab, deshalbwurde die Krönung auf den 9. verschoben. Mit den Anordnungen waren Mainz undKöln beauftragt (Freher 3zf.). Ganz ähnlich hatte Siegmund gehandelt (Reichs-tagsakten 7, 246).

Zu S. 68. 3 Reichstagsakten 16, 188.

Zu S. 68. 4 Bei der Kaiserkrönung harrte der Papst auf einem Throne sit-zend auf der geräumigen Höhe der zum Vorhofe führenden Treppe, bei einer Krönungin Mailand holten Suffraganbischöfe den Herrscher in seinem Palaste ab und ge-leiteten ihn in Prozession nach San Ambrogio, dort empfing ihn „an der Pforte desHofes vor dem Atrium der Kirche, wo eine marmorne Säule aufrecht steht", derCoronator. In diesen beiden Fällen hatte der Herrscher die Krönungskirche nochnicht betreten. In Aachen aber war er am Vortage schon in sie eingeführt. Daherder Unterschied. Der zweite Aachener Ordo erwähnt den Empfang an der Türe derKirche, eine Ordnung von 1442 gibt genau die Pforte der Nikolauskapelle an, ebensoein Bericht über die Krönung Siegmunds (Dtsche. Reichstagsakten 7, 246). Es wardalso die Prozession durch den Umgang geführt, bog nach dem Empfang in dem inne-ren Räume hinter der Wolfstür durch die Mitte der Kirche zum Krönungsaltare,wobei zwei der geistlichen Kurfürsten und der zu Krönende sich am Schlüsse derGeistlichkeit einfügten. Nach dem ältesten aus dem Ende des 10. Jahrhunderts