IV. Die Zeiten nach der Goldenen Bulle.
Aachen als Krönungsort gesichert. Die einzelnen Krönungen. Krö-nungen von Königinnen. Sinken der Bedeutung der Krönung gegen-über der Wahl. Königslager vor Aachen. Die alten Reichsinsignienlanden in Nürnberg. Bedeutung. Abhängigkeit der Krönung nun auchvon Nürnberg. König und Reich. Aachen in der Theorie Sitz des Reiches.Stift und Stadt als tatsächliche Erben. Der König hat im Reiche fastkeine Pfalz mehr. Das Wahlrecht im Krönungsrituale.
Die Wertschätzung Aachens war noch gewachsen. DieZeit rang nach Kriterien, den richtigen König zu erkennen.Doch Karl IV. gab in der Goldenen Bulle (1356) eine Kodi-fikation und seitdem entschied weit mehr die richtige Wahl,und die Krönung versank immer mehr.
In der dritten Periode war Aachen als Krönungsortfast unbedingt gesichert und durch die Goldene Bulle (cap. 29)ward das auch für die vierte Periode eines der wenigen undspäter schriftlichen Grundrechte des Reiches. So haben dennauch alle in regelmäßiger Wahl Erkorenen in Aachen die Kroneempfangen. Nur König Albrecht II., mit dem die Reihe derhabsburgischen Könige wieder begann, fehlt, da dieser be-deutende Fürst ungekrönt durch einen frühen Tod dahingerafftwurde. Bei der Doppelwahl von 1314 schlug sich die Stadt aufdie Seite Ludwigs des Bayern, der über die Eifel gezogen kam,da der Kölner Erzbischof im Besitze von Andernach die Rhein-straße sperrte. So krönte ihn der Mainzer, während Friedrichder Schöne im Bonner Münster vom Kölner gesalbt und mitden echten Insignien gekrönt wurde. Und das wiederholte sich,als Karl IV. gegen den Bayern zum Gegenkönige erhobenwurde. Aber dieser größte aus dem Hause der Luxemburgererneuerte den feierlichen Akt, nachdem er nach dem Tode desGegners allgemein anerkannt worden war, in Aachen.