VII. Die Krönung selbst.
Vorbereitungen. Empfang des Königs. Unter dem Radleuchter. Vordem Marienaltare. Das Hochamt. Die Salbung. Wirrwarr in derSakristei. Die Nürnberger Insignien. Die eigentliche Krönung. DieBesitznahme des Stuhles Karls des Großen. Ritterschlag. Schluß desHochamtes. Die beteiligten Kleriker.
Die Krönung an einem Sonntage oder doch Festtage ab-zuhalten war die Regel 1 . Da aber die Furcht vor der Pest dieGemüter erregte, der König zur Eile drängte, hatte sich derzuständige Bischof von Lüttich dazu entschlossen, den Tag deshl. Severin, Erzbischofs von Köln, zum Feiertage zu erklären.Diese Eile, die Krönung sofort abzuhalten, hatte aber auchüble Folgen; sonst hatten des Königs Beauftragte im Münsterdie Absperrungen vorbereitet und waren die Meister der Cere-monien zusammen gekommen und hatten alles überlegt 8 . Daswarf einige Schatten auf das Fest, die aber den Eindruck desTages kaum störten.
Am Krönungstage (23. Oktober) eilten schon in derfünften Morgenstunde die drei geistlichen Kurfürsten zumMünster, um ihre besten Pontifikalgewänder anzulegen, wäh-rend der Habsburger sich taktvoll nicht eine Kleidung, die ihnals König von Spanien verriet, gewählt hatte, sondern dasGewand eines Erzherzogs von Österreich aus Gold, Silber undKarmoisin, darüber einen mit Hermelin gefütterten Mantel vonGoldbrokat, dessen Schleppe der Bischof von Lüttich, ein Pfalz-graf und der Herzog von Jülich trugen, und auf dem Haupteden Hut eines Erzherzogs mit goldenem Reif und Bügel. Ihnumgaben und folgten die hohen weltlichen Fürsten und Herren.Die weltlichen Kurfürsten trugen ihre Tracht als solche: rot-sammetne Mäntel von Fuß auf, darauf eine Chorkappe oderGugel, die mit Hermelin unterzogen war, eine scharlachfarbeneHaube auf dem Haupte, deren Futter aus Hermelin nach oben