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buntes Fest. Da kamen die Fürsten vor das Rathaus gezogen,um belehnt zu werden. Dieses Mal wurde wohl die Gefahr derPest, fingiert oder geglaubt, die Ursache, daß das unterbliebund auf den bald nach Worms ausgeschriebenen Reichstagverschoben wurde. In dem alten Glänze lebte das dannnicht wieder auf. Es wurde Brauch, daß eine Lehensgesandt-schaft in der Hofburg die Lehen empfing. Die Fürsten be-trachteten sich ja im Grunde auch nicht mehr als Lehens-leute des Kaisers, und bald gab es Fürsten, die niemals inihrem Leben vor das Antlitz des deutschen Kaisers traten.König Friedrich der Große kam erst in hohem Alter mitJoseph IL zusammen. Die Krönung von 1520 war auchdarin ein Wendepunkt.
In diesem Jahre war der Tag geteilt zwischen Gottes-dienst, Beratungen mit den Kurfürsten, einem Frühmahlebeim Könige und am Abend bei Margareta. Am dritten Tage,an dem die Kurfürsten nach Köln ritten, verehrte Karl dieHeiltümer der Münsterkirche, die ihm und dem Volke, unterdem Albrecht Dürer stand, gezeigt wurden, wie es sonst allesieben Jahre bei der Aachenfahrt geschah 20 . Am viertenempfing der König den Treueid Aachens, bestätigte der Stadtdie Privilegien, wie sie ihm eine Urkunde über ihr Treuegelöbnisausstellte 21 . Es brachten auch wohl die Juden als des ReichesKammer knechte einen goldenen Korb voll Eier dar, wie dasbei Maximilians Krönung bezeugt ist. Karl wurde nach demGottesdienste feierlich als erwählter römischer Kaiser vomErzbischofe von Mainz proklamiert. Was war daraus im Mittel-alter für Streit entstanden, daß der deutsche König in Romsich die Kaiserkrone holen mußte! Maximilian hatte den Titeleines erwählten römischen Kaisers angenommen, der Papst dasanerkannt, wie es auch jetzt geschehen. Karl V. war der letzteder langen Reihe, der wirklich zum Kaiser gekrönt wurde,wenn auch in Bologna. Bald redete man von der Kaiserwahlin Frankfurt und der ihr folgenden Kaiserkrönung, die dochim Grunde eine Königskrönung blieb.
Am fünften Tage reiste der junge Kaiser ab. Bald stander in Worms auf dem Reichstage, wo Luther vor ihn trat. Die