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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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Zentnerlast der Sorgen war dem Aachner Feste gefolgt. DasMittelalter war abgelaufen.

Nach den Festen von England, Frankreich und Aachenließ die Arbeit Karl V. nicht mehr aus den Händen, bis er inSt. Juste die Ruhe suchte 82 .

Die Krönung war wohl der Höhepunkt des äußerenGlanzes in seinem Leben. Die Prunkliebe, der wirkliche odervorgetäuschte Reichtum der Fürsten und des Adels kam inden kostbarsten Gewändern und den herrlichsten Rüstungenund Waffen zur Geltung. Auch der Kaiser hatte große Mühe,trotz des Reichtums seiner burgundischen Lande die Kostenaufzubringen 23 . In späteren Zeiten waren die Truppen ein-facher gekleidet, auch der Adlige trug mit Rücksicht auf dieFeuerwaffen einfachere, aber solidere Rüstungen. Damalsaber spottete man noch der Kugel, und der Offizier trug dieherrlichste Ausrüstung nach seinem Geschmacke. Ein Augen-zeuge sagt: Seide und Sammet wurden als Gewand nicht ge-achtet, es sei denn ein silbern oder güldenes Stück gewesen,und Albrecht Dürer schreibt vor der Krönung: „Da habe ichalle herrliche Köstlichkeit gesehen, des gleichen keiner, derbei uns lebt, gesehen hat" — und er kannte den Glanz vonVenedig und Antwerpen!

Es war ein Fest mit ausgeklügelter peinlicher Etikette,ein Fest, wo die Kurfürsten das einzige Mal in ihrem Lebendem Kaiser Dienste leisteten, deren sie sich sonst geschämthätten. Der Zauber der Lehenshierarchie umfloß die Tagung,noch war man religiös einig und es gab noch niemanden, deran der kirchlichen Feier nicht mit voller Andacht teilgenom-men hätte. Vielleicht waren einige Zweifler da, wie die kur-sächsischen Vertreter Philipp von Feilitzsch und Friedrichvon Thun, die bald in Worms mit Aleander, der auch in Aachenanwesend war, wieder zusammentreffen sollten, aber niemand,der das alles verurteilte und verachtete. Und das Volk, auchdie Reichsstädter, sahen noch nicht, daß, das ganze Fest eineFeier des Hochadels und des niederen war, bei der höchstensder Geldmann wußte, daß auch er wirklich etwas im Staats-leben bedeutete. Kein ernster Mißklang hatte das Fest gestört.