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und den Frieden in der heiligen Kirche bewahren werde" be-gann die alte Eidesformel.
Zur feierlichen Inbesitznahme des Thrones begab sichder König, begleitet von Mainz und Trier, gefolgt von Köln,eine der Wendeltreppen empor zur Oberkirche, deren karo-lingischer Bodenbelag noch erhalten war. Noch schimmertendie Reste der alten Bemalung. An der Rückseite des Throneserhob sich der Altar, der den hl. Simon und Juda geweiht war,aber auch dem hl. Nicasius; er war 1305 entstanden. DemThrone gegenüber erhob sich auf der westlichen Empore derErlöseraltar, ein Denkmal aus Karlingischer Zeit, an dem einstLudwig der Fromme gekrönt worden war. Es ging unter demGesänge des Klerus zum Stuhle Karls des Großen, die sechsStufen waren wie die Marmorplatten des Thrones mit gold-durchwirkten Stoffen bekleidet. Der Kölner rief dem Königedas Ita retine amodo locum regium zu, und Karl nahm denStuhl ein, den vor mehr als 700 Jahren sein Namenspatronerrichtet hatte. Auch diese ursprünglich altgermanischeHandlung war erfolgt. Der Kurfürst von Mainz sprach indeutscher Rede die Glückwünsche aus, und dann nahtensich Dechant und zwei Herren des Kapitels des Marien-stiftes, in deren Gegenwart Karl den Eid als dessen Kano-niker ablegte 15 .
Den König umdrängten Edelleute, die baten, mit demSchwerte Karls des Großen zum Ritter geschlagen zu werden.Der erste war der Herr de Chievres, Karls politischer Erzieherund sein vornehmster Förderer, wie in seiner niederländischenHeimat so in Spanien. Er war zwar 36 Jahre zuvor an der-selben Stelle schon von Maximilian zum Ritter geschlagenworden, aber ein mehrfacher Ritterschlag war nicht selten.Unter den Klängen des Tedeums und dem zwischengelegtenSpiele der Orgel erfolgte der Ritterschlag, wobei der König mitdem Schwerte die Schulter des vor ihm knieenden berührte.Ein Kölner meinte, es seien sehr wenig Deutsche dabei ge-wesen; denn diese hätten die Ehre geringer geschätzt, da siesahen, daß gemeinen und schmutzigen Kaufleuten für Geldder Zugang zur höchsten Würde offen stand 18 . Nach des