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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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Chore oder der Kirche selbst statt, und der König leistete denEid des Kanonikus und zahlte für die Aufnahme die doppelteGebühr, wie es auch andere Prälaten zu tun hatten 8 .

Die feinen Unterschiede in dem Verlaufe der beidenKrönungen sind nur eine schwache Auswirkung sehr tief-greifender Gedanken 9 , und diese mußten besonders die Salbungbetreffen, die Herrscherweihe, die in wirkungsvoller Unklar-heit und zugleich in alttestamentlichem Ehrfurchtzauber einerganz verschiedenen Deutung fähig war. Die Salbung ist ge-schichtlich betrachtet aus den Berichten des Alten Testamentesüber die Könige von Juda herübergenommen: Saul, David undSalomon erfüllen die Formeln der Salbung und daneben er-scheint auch aus der Genesis Melchisedech, König und Priesterzugleich. Die Salbung kam in den entlegenen Reichen derWestgoten, der Briten auf und legitimierte dann den Übergangder Herrschaft von den Merovingern auf die Karlingen. Ausder Weihe eines illegitimen Herrschers wird die Sicherungauch der legitimen Söhne solcher Väter. Noch lehnen einzelneHerrscher, wie Heinrich I., das ab. In die Kaisererhebung hatLudwig der Fromme trotz der Anschauungen seines Vatersdie Salbung einziehen lassen, ihm fehlte die Kunst der Voraus-sicht. Die Salbung ward von den Herrschern erbeten, nichtihnen vom Klerus angeboten. Auch die weitere Ausdehnungauf die anderen Handlungen der Throneinsetzung macht sichfast von selbst — dank der Religiosität und der politischenUnvorsichtigkeit der Herrscher. Auf dieser Seite ist die Schuld.

Die Salbung war im Unterschiede zur Krönung eineHandlung, die ihrer Natur nach jeden Nichtgeistlichen alsSpender ausschließt, Selbstsalbung ist so ausgeschlossen wiedie durch den Vater. In die geheimnisvollste Sphäre derwahren Geburtsstätten der Autorität, in die Repräsentation desoffenkundig verwirklichten göttlichen Willens führt uns dieSalbung ein. Sie ward gar als ein Sakrament bezeichnet, bliebaber, nach der langsamen Festsetzung der Siebenzahl derselbenwenigstens ein Sakramentale. Sie brachte den Gesalbten indas wirkungsvolle und doch gefährliche Halbdunkel; war erfortan der von Gott am höchsten begnadete Laie oder auch er