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dem." Der pontifikale Charakter der Mitra, die Bedeutung derSalbung und Ordination — früher stark betont — warenzurückgedrängt. Man kann nun nicht mehr vom Kaiser als„Laienbischof" reden.
Ähnlich und doch verschieden liegen die Dinge bei derKönigskrönung. Bei der Kaiserkrönung war von 900 an derPapst fast unbestritten der Verleiher, bei der Königskrönungtrat zu dem Erbanspruche und der Wahl diese als letzter Akthinzu. In Laiengewandung betrat der Herrscher die Kirche 6 .Bei Beginn der Salbung legte er den Mantel ab. Dann folgtedie Frage des Coronators an das Volk, ob es dem Fürsten ge-horchen wolle, in deutscher Sprache wurde sie vom Erz-bischofe oder von einem Beauftragten wiederholt. Nach er-teiltem Jaworte salbte der Coronator mit dem Katechumenen-öle den Gekrönten an Haupt, auf der Brust, zwischen denSchultern und an den Ellenbogengelenken, endlich die Hände.Dann erst wandte sich der König in die Sakristei, um Sandalen,Albe, Stola anzulegen und kehrte ohne Mantel zum Altarezurück.
Es wurden dem zum Altare heimgekehrten Könige dieInsignien übergeben, darunter der Mantel (pallium). Bei derAufsetzung der Krone sagte der Coronator: „et per hanc(coronam) te participem ministerii nostri non ignoras, itaut sicut nos in interioribus pastores rectoresque animarumintelligimur, ita et tu in exterioribus verus Dei cultor strenuus-que contra omnes adversitates ecclesie Christi defensor regni-que a Deo tibi dati existas . . ." Dann folgte das königlicheTreuegelöbnis. Bei der Thronsetzung bezeichnet der Coronatorden König als den Mittler zwischen Klerus und Volk, wieChristus der Mittler zwischen Gott und den Menschen sei. Wardie Königin anwesend, so wurde auch sie gesalbt.
Nach den jüngeren Ordnungen 7 wurde der König zumMitglied des Aachener Stiftskapitels aufgenommen. Wenn erin der Sakristei sich der seidenen mitgebrachten Gewänderentledigte, berief der Dechant mit zwei Kanonikern den Ge-salbten zum Kapitel. Dieses Kapitel fand meist unmittelbarnach der Beendigung der Krönungsmesse offenbar in dem