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ein Kleriker ? Bei der Kaiserweihe und der Königsweihe sindaber die Bedingungen und Wirkungen verschiedene. In der auftranszendentale und geschichtliche Erinnerungen begründetenKaisermacht sind die realen Kräfte des Widerstandes gegendie Ideen schwach. Von der Kaisersalbung, dieser einfachenkirchlichen Benediktion eines Herrschers aus der als erblichanerkannten Familie der Karlingen, führt der eine Gedanken-gang durch eine wunderbare Baumreihe an die Stelle, die daheißt: Rex et sacerdos. Und da folgerte man, der mit demselbenÖle wie der Priester und Bischof gesalbte König ist mindestensein Kleriker, er hat auch die Rechte des Klerikers, vom Papstegeweiht, von ihm als filius specialis adoptiert, kann er höch-stens von ihm gebannt werden, er ist unabsetzbar, er hat alsQuasibischof Herrscherrechte in der Kirche. Die Tendenzläuft dem Cäsaropapismus zu, die sakramentale Weihe legi-timiert das staatliche Kirchenregiment, gibt dem Gesalbten dasRecht der Investitur der Bischöfe, sie verdunkelt auch dasWahlrecht des Volkes; nicht das Volk, sondern die Weihe hebtden Herrscher zu der Herrschaft an Gottes Statt empor, alsgeweihter Mann, als „christus Domini" ist der Kaiser straf-rechtlich geschützt, wer sich an ihm vergreift, begeht einSakrileg und verfällt demAnathem. Als Geweihter könne derKaiser nicht einmal vom Papste, sondern nur von Gott ge-richtet werden, ist die Meinung nicht weniger. Alles das ist imSinne des Staates ein Gewinn. In dieser gottesstaatlichenGedankensphäre ist das 10. und n. Jahrhundert der Höhe-punkt, und Kaiser Heinrich III. war am nächsten dem rexet sacerdos, dem Priesterkönig Melchisedech.
Von der Salbung des Kaisers läuft aber auch ein andererGedankengang aus. Der Papst allein kann ihn salben, er kannvon diesem Ausgangspunkte aus die Prüfung der Wahl, dieKrönung und Throneinsetzung hinzugewinnen, die Auswahlsteht ihm zu wie die Absetzung. Der hierokratische Gedanken-gang hat als Endziel den Satz: Papa ipse verus Imperator.Das Recht des Papstes, den Kaiser zu weihen, das dem „unge-eigneten" verweigert wurde, war eine schwere Waffe desPapstes, die Hand des gekrönten Kaisers konnte aber auch die