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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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Kaiser in der Kapelle des hl. Gregor mit Amikt, Albe undCingulum bekleidet und so in die Sakristei vor den Papst ge-führt. Dieses macht ihn zum Kleriker (facit eum clericum),ohne ihm indessen einen eigentlichen kirchlichen Ordo zu ver-leihen. Sodann „verleiht ihm der Papst Tunika, Dalmatik,Pluviale, Mitra, Schuhe und Strümpfe zum Gebrauche beiseiner Krönung." Es ist offensichtlich, daß es sich um Über-reichung kirchlich-liturgischer Gewandstücke handelt. MitAusnahme des Pluviale, welches ein allgemein priesterlichesPrachtgewand darstellt, sind es Gewänder, welche nur höherenKlerikern, damals (10.—n. Jahrhundert) nur den römischenKardinälen von Rechts wegen zukamen, anderen Personen nurkraft besonderer auszeichnender Verleihung durch den Papst.Dem künftigen Kaiser der Römer und Kleriker der römischenKirche wird die Mitra, dieses „insigne Romanorum" verliehen.Seine innige Beziehung zum römischen Stuhl wird im Krö-nungszeremoniell noch dadurch symbolisiert, daß er in dierömische Kirche aufgenommen, beim feierlichen Empfang aufder Freitreppe von St. Peter vom Papste förmlich adoptiert,also zum filius specialis des römischen Stuhles erhoben wird;er trägt die Mitra zum Zeichen der innigen Verbindung mitRom, dessen geborener Schützer er ist.

Die fortgesetzten Verleihungen der Mitra an Bischöfehatten zur Folge, daß diese seit dem 12. Jahrhundert zu einemden Bischöfen als solchen zustehenden liturgischen Kopf-schmucke geworden ist. So sind auch die Tunika, die Dalma-tik und die Fußbekleidung Bestandteile des bischöflichen Or-nates geworden. „Rein äußerlich betrachtet steht also derKaiser, von Ring und Stab abgesehen, wie ein Bischof da" 3 .

Der jüngere seit 1209 geltende Ordo 4 redet nicht mehrvon einer Übergabe der Gewandstücke durch den Papst. DerKaiser bleibt vielmehr nach der Eidesabnahme in der KapelleSa. Mariae in turri zurück, wird hier in das Kapitel von St.Peter aufgenommen 6 und dann mit der kaiserlichen Gewan-dung bekleidet, nur die Mitra fehlt noch. Nach dem Gradualesetzt der Papst dem herantretenden Imperator „die mitra cleri-calis auf das Haupt und über die Mitra das kaiserliche Dia-