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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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für die Festlichkeit der Belehnungen.Sobald der König diezu solchen Ehren genutzt hat, gab er sofort die Stücke an unsereFreunde zurück, also daß sie nie über Nacht in seiner Gewaltblieben" 7 . Auch bei der Kaiserkrönung zu Rom 1452 erzielteFriedrich die Überführung der Insignien dorthin, und wiederumhütete sie von Anfang bis zu Ende ein Nürnberger Bürger 8 .

König und Reich stehen sich da deutlich gegenüber, dasäußerste Mißtrauen des Reiches! 9 In der Geschichte dieserWanderfahrten der Reichskleinodien liegt ein Bild der deutschenGeschichte. Vielleicht mit Ausnahme Thüringens sind sie beiallen Stämmen gewesen. Die Erinnerung stellt sich Karl denGroßen als den wirklichen Eigentümer vor, die Staufer müssendie Kleinodien vor den Weifen hüten, nach dem Interregnumkommen sie aus dem Reichsgebiete ins Hausgut und dann wirdder Schatz ein Depositum, das getreue Verwalter zwar derMenge zeigen, aber dem eigentlichen Besitzer nur auf Stundendarleihen. Ja, Karl der Große war der wirkliche Herrscher ge-wesen, ein Friedrich III. ein Schemen in einer Welt von tat-sächlicher Kraftlosigkeit und erhebenden geschichtlichen Er-innerungen. Bergab!

Aachen war im Spätmittelalter nur in der Theorie nochder Sitz des Reiches. Die königliche Pfalz, sicherlich einst dieam glänzendsten ausgestattete, war an zwei Erben über-gegangen. Die Pfalzkirche mit den Wohnungen der Stifts-geistlichkeit an das Münsterstift, das nach seiner Rekrutierungdurchaus nicht an das nur Hochadlige aufnehmende St. Gereonin Köln heranreichen konnte. Die Wohnräume des Königswaren schon in den Tagen Rudolfs von Habsburg in schlechtembaulichen Zustande und die Stadtverwaltung siedelte sich dannin diesem altehrwürdigen Bau an, den im 14. Jahrhundert siezu dem prächtigsten deutschen Rathause umgestaltete. Es ge-schah auf Kosten der Stadt, aber sehr zweifelhaft ist es, obje ein König ausdrücklich das Eigentumsrecht aufgegeben hat.Bei den Krönungen wohnte nun der neue König zu Gaste, undschon von Albrecht wissen wir, daß er in der Propstei wohnte,und seine Nachfolger wenigstens sahen Teile des Propstei-gebäudes, die noch heute stehen 10 .