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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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einen wirksamen Vorzug; der Aachener wird mehr und mehrzu einem dekorativen. Das erkennt man an der immer geringerwerdenden Zahl von Fürsten, Grafen, Bischöfen, die erschei-nen; ja selbst Kurfürsten halten es nicht mehr für nötig, selbstzu kommen. Bei der Krönung Wenzels (6. Juli 1376) fehlteder Mainzer, bei der Siegmunds ebenso und auch KönigWenzel als Böhmenkönig, bei der Friedrichs der Böhmenkönig,ebenso bei der Maximilians. Es genügt, wenn die Gründe nurirgend ausreichen, eine Gesandtschaft zu senden!

Zur Wahl nach Frankfurt zu gehen hat für die Kur-fürsten noch einen Sinn, für die anderen Fürsten aber fastkeinen mehr. Als Fest betrachtet hätte Aachen einen nochstärkeren Vorzug verdient, aber die Anwesenheitslisten be-weisen kein Wachsen der Zahlen deutscher reichsunmittel-barer Fürsten und Grafen, wohl aber der Fremden. Es istselbstverständlich, daß bei den Krönungen von Fürsten ausdem Hause der Luxemburger deren Lehnsherzöge von Schle-sien, Grafen und Herren aus Böhmen in größerer Zahl er-schienen. Bei der von Siegmund treten auch Herren aus seinemKönigreiche Ungarn, so der Palatin Johan Gara, der Bischofvon Erlau, der Woiwode von Siebenbürgen, eine Reihe ausSerbien, mindestens 17 höhere Personen auf. In den Listender Krönungen von Wenzel und Siegmund finde ich aberweder Schwaben noch Westfalen.

Noch ein Wort über das Krönungslager vor den Torenvon Aachen. Als Richard von Cornwallis und gleichzeitigAlfons von Kastilien zu Königen gewählt worden waren,öffnete die Krönungsstadt jenem willig die Pforten und am11. Mai 1257 hielt der reiche Prinz des englischen Königs-hauses einen überaus prächtigen Einzug. Da der Erwählteaber das Eintreffen des Mainzers abwarten wollte, wurde dienicht minder glanzvolle Krönung auf das nächste hohe Fest,auf Christi Himmelfahrt, auf den 17. Mai verschoben. DerHüter der Reichsinsignien kam wohl auch mit dem Mainzer,der, wie ich schon sagte, sich erst mit Waffengewalt den Wegbahnen mußte.

Dieser Aufenthalt in Aachen wurde vom Papst Urban IV.,