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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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einem Franzosen, dahin gedeutet, es sei ein Recht, daß derErwählte einige Tage vor Aachen Aufenthalt zu nehmen habe.Das war zwar nicht das Recht und ein Papst konnte es nichtbegründen, aber den Aachenern mußte es nach all den Erleb-nissen bei Thronstreitigkeiten passen, wenn sie sich nicht so-fort entscheiden mußten, sondern eine Bedenkzeit erhielten. Soentwickelten sie dann das Recht eines Königslagers vor Aachen.Ludwig der Bayer mußte drei Tage vor der Stadt ausharren, sieforderten 1346 von dem Gegenkönige Karl IV. gar eine An-leitefrist von sechs Wochen und drei Tagen, in der rechtlichähnlichen Lage von 1400 von Ruprecht von der Pfalz sechsWochen. In beiden Fällen ließen sich die Erwählten an an-derem Orte krönen. Siegmund erkannte eine Frist von dreiTagen an. Das Königslager war für die Stadt ein Schutz-mittel, das in so kritischen Lagen sich als wirksam erwies, sichjedoch zu einer Einrichtung bei einhelligen Wahlen nicht ent-wickeln ließ 4 .

Verfolgen wir das Wandern der Reichsinsignien weiter.Der Luxemburger Karl IV. hatte sein Herz an Reliquien undInsignien gehängt, die er um manches Stück mehrte, derenälteste er früheres Beginnen fortsetzend auf Karl den Großenumdeutete, zu dessen Ehre er den Namen Karl gegen Wenzeleingetauscht hatte. Er brachte sie nach Prag auf den Wisse-hrad, dann in feierlicher Prozession in St. Veits Dom auf denHradschin und baute für ihre Aufbewahrung in der ver-schwenderisch eingerichteten Burg Karlstein eine überausprächtige Kapelle, wohin sein Sohn Wenzel sie verbrachte.Dort ruhten sie im Hauptturme in einem überreich mit Tafel-bildern geschmückten Räume, dem schönsten, der wohl je fürdiesen Zweck erbaut wurde. Diese böhmische Burg, ein Gegen-stück zum Papstpalast in Avignon, umschloß sie, bis infolgeder Hussitenkriege König Siegmund sie außerhalb der Grenzendes deutschen Reiches, in den Burgpalast von Wissehrad(Blindenburg) in sein Königreich Ungarn verbringen ließ. Wowaren die Zeiten, da des Reiches beste und vornehmsteDienstmannen sie auf einer Reichsburg behüteten ? Ihre Hutwar dann zunächst Beamten der königlichen Hausmacht an-