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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
Entstehung
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II

Reiche feierlich zu bekunden, und so war der Krönungstag, andem nach den Worten Widukinds Giselbert, der Herzog derLothringer, für alles zu sorgen hatte, weil Aachen zu seinemMachtbereiche gehörte, der Tag der Vermählung Lothringensmit dem deutschen Reiche. Aachen erhielt dadurch einen Teilseiner alten Stellung zurück, nicht mehr in einem Weltreiche,sondern in dem um Lothringen vermehrten Ostreiche. Auchnicht als Residenz. Unser altes Reich hat es im Mittelalter undauch bis zu seinem Ende nicht zu einer solchen gebracht, zumschwersten Schaden für Volk und Reich. Noch aber erhob sichder Marmorsitz Karls des Großen und er hatte die Anziehungs-kraft bewährt. Sie reichte nicht dazu aus, um Aachen dauerndzum Wahlorte zu machen, dafür lag es zu exzentrisch. Aberwohl war die Überlieferung, die jetzt durch die Krönung Ottosnoch wesentlich gestärkt worden war, mächtig genug, um andas Aachener Münster das Krönungsrecht zu heften. Zwarnicht ohne Ausnahmen. Als Heinrich II. 1002 in Mainz ge-wählt und gekrönt worden war, zog es ihn doch nach Aachen,dort huldigten ihm die lothringischen Großen und nach demBeispiele seiner Altvordern wurde er auf den Königssitz er-hoben 4 . Wir kennen die Bedeutung des schottischen Königs-stuhles, er stand einst frei in der Landschaft, wie späterder deutsche Königsstuhl von Rhense. Der Aachener aber er-hob sich und erhebt sich im Kirchenraume, ein Wahrzeichendes karlingischen Staates wie des deutschen im Mittelalter.Wenn dann der Aachener Propst im 11. und 12. JahrhundertVorstand der mit dem Könige wandernden Hofgeistlichkeit war,die Propstei öfter dem Kanzler des Reiches verliehen wurde,lange Zeit ihr Inhaber zu den Reichsfürsten zählte, so liegtdoch alledem der Gedanke zu Grunde, daß die Pfalzkirche Karlsdes Großen im besonderen Sinne als die Kirche des deutschenKönigs galt 6 . So wird es auch verständlich, daß das AachenerMarienstift die einzige geschlossene Quelle zur Geschichte desWirtschaftslebens des Königtums jener Zeit für deutsche unditalienische Landschaften, das Servitienverzeichnis, d. h. dasRegister der Leistungen der königlichen Tafelgüter für denUnterhalt des Hofes, uns in seinem Totenbuche erhalten hat.

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