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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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Feinde Christi, dann die Armspangen und die Chlamys undendlich Szepter und Stab, stets die Übergabe mit getragenemWorte begleitend. Widukind läßt wohl in seinem Berichteeine Lücke, oder folgte nicht der Krönungseid, der auf dasEvangelienbuch geleistet wurde ? Nun schritt der Mainzer zurSalbung mit dem heiligen Öle und setzte gemeinsam mit demKölner Erzbischofe Wigfried dem Könige das goldene Diadem,die Krone aufs Haupt. Die beiden Erzbischöfe führten denGekrönten die Staffeln der Wendeltreppe hinauf zu demMarmorsitze des großen Karl, der noch heute an seiner Stellesteht, wo Otto alle übersehen und von allen gesehen werdenkonnte. Sein Bild umrahmten zwei Marmorsäulen edelsterGestalt.

Aber noch war die Feier nicht zu Ende. Wie der Trauungdas Hochzeitsmahl folgt, so erhob sich nun der erste kirchlichgekrönte Sachse wieder nach beendigtem Meßopfer, begleitetvon den Fürsten und den Bischöfen ging der Zug zur Pfalzund der König nahm an der mit königlichem Schmucke ge-zierten Marmortafel Platz, wo die Herzöge des Reiches ihmdienten. Alsdann erwies er die vornehmste Tugend, die dasMittelalter von einem Herrscher forderte, er bewies seineMilde, das ist seine Freigebigkeit. Damit endete das hohe Fest,das unserem Vater lande einen seiner besten Herrscher gab.

Mit der einfachen Erzählung sind wir nicht zufrieden,wir wollen ihre Deutung. Die Handlung innerhalb der Kirchewar die kirchliche Weihe des Königs, es war der religiöse,kirchliche Akt, der ihm die Gewähr Gottes und der Kirche gab,nachdem das Volk an kirchlicher Stätte seinen Willen bekundethatte, und daran schloß sich die faktische Ausfolgung des ge-schichtlichen Thrones.

Warum aber war Aachen zum Wahl- und Krönungsorteausersehen ? Eben hatte sich Lothringen dem deutschen Reicheund dem Königreiche Heinrichs I. zugewendet. Aus freienStücken. Zum Jahre 925 sagt Flodoard von Reims mit deut-lichen Worten: „Heinrico cuncti se Lotharienses committunt."„Dem Könige Heinrich übergeben sich alle Lothringer" 3 . Eswar die erste Gelegenheit, den Hinzutritt Lothringens zum