YJ Vorwort.
ständigkeit, abgesehen von der erwähnten Ausnahme, ist die Dichtkunstbehandelt worden, die ja vielfach ihren früheren subjektiven Reiz eingebüßthat, aber neue Gebiete gewann, indem Lehrgedicht und Satire zu den älterenDichtarten hinzutraten. In den eigentlich philologischen Fächern endlichwurde besonders Rücksicht auf die Übersetzungen in die Volkssprachen ge-nommen. Da ich nun eine'Einschränkung der „Zeugnisse" zur Einführungin Leben und Werke der Schriftsteller als dem Buche wenig förderlichnicht für geraten hielt, so mußte ich, um den Band nicht ungehörig an-schwellen zu lassen, ihn etwa mit dem Beginn des großen Kampfes zwischenKirche und Staat beenden und bin nur, um den Zusammenhang nicht zustören, für die Darstellung der Leben der Cluniacenseräbte und für denAbendmahlsstreit Berengars etwas über diesen Zeitpunkt hinausgegangen.Auf der andern Seite habe ich einige im ersten Bande übersehene Schrift-steller an die Spitze der betreffenden Abschnitte gestellt, um Versäumtesnachzuholen.
Über die Anlage des Buches und die Disposition des Stoffes habe ichmich schon im ersten Bande ausgesprochen. Im allgemeinen bin ich beimeinen früheren Grundsätzen geblieben, habe aber den einzelnen AbschnittenEinführungen und Stoffgliederungen vorausgeschickt. Dabei war freilichdie Schwierigkeit nicht zu umgehen, daß einzelnes, wie früher, in anderenAbschnitten behandelt wurde, da bei einem jeden Schriftsteller dessen sämt-liche Werke vorgeführt werden; darüber wird man sich aber im Inhalts-verzeichnis leicht beraten können. Eine weitere Änderung betrifft die Reihen-folge des Stoffes. Der Abschnitt „Universale Schriftsteller" ist aufgegebenund solche Autoren sind nach der Hauptrichtung ihrer literarischen Er-zeugnisse den anderen Abschnitten zugewiesen. Ferner habe ich als Über-gang von der Geschichtschreibung zur Dichtung die Hagiographie eingesetzt,und zwar wegen ihrer Bedeutung für die Zeit als selbständigen Abschnitt.Und die früheren Abschnitte IV und III sind jetzt als V und VI als Fächerdes Triviums und Quadriviums behandelt worden. Diese Einteilung schienmir der Zeit mehr zu entsprechen als eine Wiederholung der früherenDisposition.
Großen Dank schulde ich Herrn Prof. P. Lehmann in München, derdie Güte gehabt hat, mich durch Beihilfe bei der Korrektur und besondersdurch viele Nachträge aus der neuesten Literatur wirksam zu unterstützen.Ebenfalls ließ mir E. K. Rand eine große Zahl Nachträge brieflich (19. Juli1911) gütigst zugehen. Außerordentlich aber fühle ich mich dem HerrnVerleger verpflichtet, da er in schwierigster Zeitlage es gewagt hat, nichtnur den Druck durchzuführen, sondern auch dem Bande ein so vortreff-liches äußeres Gewand zu geben.
Niederlößnitz bei Dresden, Juni 1923.
M. Manitius.