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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
Entstehung
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Am 31. Juli 1804 bestätigte Bischof Berdolet den am 9. Nov.1795 der Klosterkirche bewilligten vollkommenen Ablaß und verliehallen Priestern auch aus anderen Diöcesen, wenn sie von ihrenOrdinarien approbiert waren, die Vollmacht, in Marienbaum Beichtezu hören, falls sie vom Pfarrer zugelassen würden. *)

Am 7. Oktober 1804 erneuerte der Dominikanerpater Jansendie von seinem Ordensbruder Thomas Krüchten 1712 in Marien-baum eingeführte Rosenkranzbruderschaft.

Von den Klostergebäuden blieb neben der Kirche nur der Ka-pitelssaal erhalten, der als Sakristei dient. Ein Teil der übrigenwurde als Schule und Lehrerwohnung, ein anderer als Pfarrhausbenutzt, die beide 1811 abbrannten. Die übrigen Gebäude ein-schließlich der Klostermauer wurden auf Abbruch, die Güter 2 )größtenteils von Scheidmann aus Mors verkauft.

Die Ländereien und Höfe, zusammen 88 Morgen 32 Rutengroß, wurden in Aachen versteigert und größtenteils zu Spottpreisenerworben. So wurden z. B. aus Kervendonk und Kervenheim 4Hektar Ackerland und 92 Ar Eichenpflanzung für 2600 frcs., derHof Overfeld nebst Gebäuden für 4274 und Bomshof für 2400 frcs.ausgesetzt. Einen großen Teil der Klostergüter erwarb der damaligeBesitzer des Hauses Balken und der Maire Jordans.

Zu der von P. Giemen 1892 gelieferten Beschreibung der Kirchefügen wir ergänzend hinzu, daß die Kirche 1895 und 1896 nacheinem Plan von Maler Friedrich Stummel in Kevelaer durchdessen Schüler Holtmann dekoriert, die alte Bemalung der Gewölbe-kappen im Chor restauriert und um je zwei neue Wandgemälde ausdem Leben der hl. Familie über den Chorstühlen bereichert wor-den ist. Zwischen 1896 und 1899 bekam sie vier Glasfenster vonDerix in Goch, einen neuen in Eichenholz geschnitzten Marienaltarvon Bildhauer Langenberg in Goch und 1898 einen neuen Kirch-turm von Baumeister Busch aus Neuß, dem an der Südseite derKalvarienberg und an der Nordseite Jesus auf dem kalten Stein an-gegliedert wurde. Der Kreuzweg auf dem erweiterten Kirchhof rührtvon Bildhauer Walter aus Trier her. Alle diese Verdienste um dieweitere Ausschmückung der Kirche gebühren dem zeitigen PfarrerJoseph Langenberg aus Calcar, der seit dem 10. Januar 1894 dasPfarramt in Marienbaum bekleidet. Seine Vorgänger waren seit derResignation des ersten Pfarrers Thaddaeus v. Berck im Jahre 1806der ehemalige clevische Kapuziner Vikar Aloys Freundt aus Aachen,der sich 1813 nach Cleve zurückzog und 1832 bei einer Glocken-weihe in Bedburg zugegen war, Bernard Tervort aus Vreden, ehe-maliger Minorit, bis 1824, Hermann Joseph Reydick aus Issum bis

') Het Marienb. Wonderbeeid. Emmerik b L. Romen. 1804 (dem Bischof Berdolet

gewidmet), S. 3440.2 ) Veröffentlich, des hist, Ver. f. d. Niederrhein II 1909 S. 404, 410 u. 412.