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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
Entstehung
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Inzwischen hatte die Pest wie in der Bürgerschaft von Calcar,so auch im S. Ursula-Konvent stark aufgeräumt. Es erlagen ihr 20Schwestern, darunter auch die heiligmäßige Äbtissin KatharinaBrackmann, 4 Geistliche und 4 Dienstboten. Die Äbtissin wurdeim S. Janschörchen der S. Nikolai-Pfarrkirche begraben und bekamauf ihrem Grabstein die Inschrift: Anno miiesimo quingentesimooctogesimo septimo (1587) veneranda necnon religiosa et pia domi-na Catharina Bracmans, abbatissa in Marien-Boom, ob Hdem ca-tholicam exilio fatigata, hie sepulta expeetat tubam novissimam.Von den übrigen Religiösen wurden einige in der Dominikaner-Kirche, andere in S. Ursula und S. Caecilia begraben.

Waren die Religiösen in der Festung Calcar vor äußern Gefahrenund Überfällen auch geschützt, so hatten sie doch mit großer Notzu kämpfen. Der ganze Konvent bestand nur noch aus sieben bisacht Schwestern, und einem Geistlichen, die auf ein recht dürftigesLeben angewiesen waren. Pachte und Renten kamen in den ver-derblichen Kriegszeiten gar nicht oder nur kümmerlich ein. Sogut sie konnten, bewirtschafteten sie die Gärten und Ländereien inMarienbaum von Calcar aus, aber kaum hatten sie einige Pferdeund Kühe erworben, so wurden sie wieder geraubt. Mehr als ein-mal mussten sie selbst zur Sense und Sichel greifen, Garben bin-den, einfahren und dreschen. Der beste Beweis für ihre Armut istdieser, daß sie in 20 Jahren nichts erwarben. Erst am 21. Mai 1608verkaufte Mechtilde v. Holthuysen, Witwe von Heinrich Brack-mans, mit Zustimmung ihrer sechs Töchter Helena, Katharina,Mechtilde, Elisabeth, Anna und Jodoca an die Äbtissin Anna Ryper-bantz und Christoph Langen als Vertreter des Klosters ein StückLanddat Hochfeldt" im Gericht von Vynen und setzte unter an-dern ihr Elternhaus in Uedem als Unterpfand. *) Aber trotz allerWiderwärtigkeiten und Armut blieben die Klosterleute ihrer Regeltreu und führten ein erbauliches Leben. Sie genossen deshalb all-gemeine Bewunderung und erweckten innige Teilnahme. Allmähligmehrten sich mit den Opfergaben der Pilger auch die Zuwendungenfür das Kloster.

Zudem traten vornehmere Personen mit reicheren Mitgiften ein,so 1601 Anna van Lewen, Tochter vom fürstlichen Rat LizentiatArnold von Lewen und Gertrud Hopp, deren Mutter nach dem Toddes Vaters dem Kloster als Brautschatz für die Tochter eine Rentevon 24 Thlr. aus der Schlüterei Uedem anwies, die die Brüder derAnna namens Gerard und Sweder von Lewen mit 400 Thlr. aus-kauften, während der Lizentiat' und fürstliche Rat Sweder Hopp,Oheim der Anna, und dessen Schwester Gertrud dem Kloster 400

') Copialbuch fol. 58 und Originalurkunde im Pfarrarchir.