Druckschrift 
Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

31

donck zu Germenseel. Die erstere war die jüngste Tochtervon Werner v. den Bongard und Anna Kath. v. Flodorf, die1640 den v. Wylich heiratete. Bei dem Anniversarium mußte einLabetrunk Wein an die Klosterinsassen verabreicht werden. *)

Theodor Adolph v. Wyllich f 1682 zu Paris.

Graf v. Nesselrode, f 1707. Joh. Wilh. Freiherr v. Nesselrode,Bursarius am Dom in Münster, Bruder der Äbtissin AnnaGertrud und der Nonne Josina Elisabeth in Grafenthal, be-graben in der dortigen Klosterkirche. 2 )

Diese und andere Zuwendungen sowie die Opfer der Wallfahrersetzten das Kloster instand, neue Renten und Liegenschaften zukaufen. Jedoch hat es seit 1507 keinen Güterankauf mehr aufzu-weisen, da Herzog Johann IL eine in Vergessenheit geratene Verord-nung erneuerte, wonach Konvente und Klöster liegende Gründeweder durch Erbschaft noch durch Kauf an sich bringen durften.Und doch hatte er selbst noch am 9. Januar 1504 dem Kloster 23V»holl. Morgen von seinem an die Klostergebäude stoßenden Hoch-wald für 600 Goldgulden, wovon er 50dur sunderlinge Gnaden"schenkte, verkauft und gleichzeitig wegenoir eerliche ind gotlickeleven ind regiment" vergönnt, den Wald ganz oder teilweise zuAckerland zu machen und schätz-, dienst- und zehntfrei zu ge-brauchen. Dafür sollten die Religiösen verpflichtet sein, für ihn,seine Eltern, Kinder und Nachkommen den allmächtigen Gott umso fleißiger und so treuer zu bitten. s )

Am 7. April 1513 bekundete derselbe Herzog unter seinem Se-kretsiegel, daß er das Neuland, welches er unlängst dem Klosterverpachtet habe,auf dessen Bitten um Gotteswillen und insbeson-dere zur Beleuchtung des h. würdigen Sakramentes zehntfrei über-geben habe." 4 )

Auf S. Pontientag (7. März oder 13. Mai) 1515 überwies er denHeuzehnten (hoythiende) an gen Balken (Rittergut bei Marienbaum),den sein Diener Derick Tack wegen eines Totschlages in Xantenverbüßt hatte, für jährlich 3 Arnhemsche Gulden an das Kloster. 6 )

Von anderen Renten und Erwerbungen, die hauptsächlich inder nächsten Umgebung gemacht wurden, nennen wir nur diese.Am 11. August 1483 nahm Calcar für Anschaffung von Feuerrohren(bussen) und Pulver vom Kloster 100 Goldgulden gegen 6 Prozent,

') Originalurk. im Pfarrarchiv. Vergl. Strange, Genealogie der Herren v. Bon-gard. Cöln, 1866, S. 86.*) Ebendas. seine Grabesinschrift, S. 26.*) Kopialbuch f. 90, 91.*) Copialbuch f. 91 a ,*) Ebendas. f. 92.