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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
Entstehung
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hatten, beschloß er, an gen Trappenbaum eine Kapelle zu bauenund darin das Bild aufzustellen. Gern gab der fromme HerzogAdolph von Cleve auf Bitten des Pfarrers und der Pfarreingesessenendie Erlaubnis zum Bau. Am 23. August 1441, etwa 10 Jahre nachEntdeckung des Bildes war der Bau so weit gediehen, daß derCölner Weihbischof Johannes aus dem Minoriten-Orden, Titular-bischof von Venecompone, die Einweihung der Kapelle zu EhrenMariens und des Evangelisten Johannes vornehmen konnte. ZuEhren derselben Heiligen konsekrierte er auch den Hochaltar, deran der Stelle des gefällten Baumes sich erhob, und einen zweitenzu Ehren der hh. Michael, Laurentius und der Martyrin Katharina.Allen Gläubigen, die in der Kapelle vor dem Bild auf dem Hochaltarknieend 5 Pater noster und 7 Ave Maria beten oder der Kapellesich nützlich erweisen würden, gewährte der Bischof einen bei solchenGelegenheiten üblichen Ablaß. l ) Damit war der Ruf der Kapellegegeben und die Wallfahrt dahin wesentlich gefördert.

Um die Herkunft des Bildes hatten sich weder der Schäfer,noch der Pfarrer, noch der Bischof gekümmert. Ihnen genügte es,daß durch die Gebetserhörungen bewiesen war, daß Maria an genTrappenboom besonders verehrt sein wollte. Das Bild, nicht ohneGeschick in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhundertes aus Baum-bergerstein gemacht, ist etwa 40 Zentimeter hoch und stellt dieGottesmutter in stehender, zierlicher Gestalt mit stark nach linksausgebogener Hüfte und aufgerafften Falten dar, auf ihrem^ linkenArm das bekleidete Kind tragend, das mit beiden Händchen einSpruchband haltend himmelwärts aufschaut. s ) Nach der alten Poly-chromie bedeckte das vergoldete Haar ein weißer Schleier, unterdem der blaue Mantel auf das rote Untergewand hinabreichte.Das baarfuße Kind trug ein dunkelgrünes Kleidchen. Im 18. Jahr-hundert waren Mutter und Kind mit weit abstehenden gesticktenMänteln bekleidet und mit Kronen und Sceptern und anderemsilbernen Ornament verziert. Der Kupferstecher Wenzel Hollar ausPrag machte wahrscheinlich während seines längeren Aufenthaltesin Cöln im Jahre 1648 zwei Zeichnungen des Bildes, die eine miteiner Bildfläche von 125 zu 100 mm., die andere von 81 zu 65 mm.Darauf ist das Bild mit Ketten, Kreuzen und Blumen überladen, aneinem dicken Baumstamm mit der Beischrift medicina omniumbefestigt und das Jesuskind bekränzt. s ) Auf späteren Abbildungensteht das Bild an einem abgestumpften Baumstamm mit Treppen inweiten Mänteln und dem SpruchbandZuflucht der Sünder", undunten das Kloster aus der Vogelschau.

'.) Holstein teilt p. 3 2 die Urkunde mit.

2 ) Vergl. Clemen, die Kunstdenkm. des Kreises Moers. Düsseldorf 1892 S. 56. Irr-

tümlich läsest Clemen das Bild aus Eichenholz gemacht sein.

3 ) Annalen d. hist. Ver. 33, 171 und W. Parthey, "Wenzel Hollar, Beschreibendes

Verzeichnis seiner Kupferstiche. Berlin 1853, Nr. 138 und 139.