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ein höheres Eintrittsgeld zahlen, als jeder andere ehrliche Bürger. Aus diesem schroffenHochmuth, aus der steigenden Zahl von Privilegien, die sich die Gewandschneider zuGunsten des ausschliesslichen Einzelverkaufsrechtes erwarben, ging ein heftiger, überhundert Jahre lang in fast allen nordostdeutschen -Städten dauernder Kampf hervor,auf den wir in einem der nächsten Kapitel zurückkommen.
Für die Gewandscbneider war schon der Anfang des 14. Jahrhunderts der Höhe-punkt ihrer Macht; die eigentlichen Handwerker, die Wollschläger und Weber, die Tuch-scherer und Färber hatten in schwerem anderthalbhundertjährigern Kampf (1150—1300)erst das Recht der genossenschaftlichen und korporativen Anerkennung sich errungen;immer bedroht von neuen Yerboten und Aufhebungen, noch ohne Einfluss auf denRath, oft und vielmals durch unbillige Steuern, harte Dienste, einseitig patrizische Poli-zei und Justiz belästigt und belastet, hatten doch die angeseheneren grösseren Hand-werke ein Recht nach dem andern, ein Stück obrigkeitlicher Gewalt nach dem andernerhalten und so sich ihre Selbstverwaltung erkämpft. Noch war ihr Wohlstand be-scheiden; als Zinsleute der Klöster oder Herren sassen sie meist auf ihren kleinen, stroh-bedeckten Käthen oder Baracken, die nicht über 2—3 Bäume hatten. Von den 6000Häusern Kölns war über ein Drittel so klein, dass oft ein Dutzend und noch mehr untereinem Dache lagen. Aber an dem grossen glänzenden volkswirtschaftlichen Auf-schwung des 13. Jahrhunderts hatten sie doch auch Theil genommen; mit Selbstgefühlerfüllte auch sie die städtische Unabhängigkeit, die ja wesentlich mit auf ihren wehr-haften Fäusten und ihren zünftlerischen, militärisch so brauchbaren Verbänden beruhte.Schon verlangten sie auch da und dort politische Rechte, vor allem die Theilnahmeam Rathsstuhl. Mit der Wende des Jahrhunderts begann eine sturmbewegte Zeit, einganzes Jahrhundert der Kämpfe zwischen dem Patriziat und den Zünften; aber einJahrhundert, das trotzdem auch in volkswirtschaftlicher Beziehung viele Fortschrittezeigt, hauptsächlich dem Handwerkerstände eine im 13. Jahrhundert nicht geahnteWohlhabenheit, in üppiger Lebenslust ein sehr viel behaglicheres, farbenreicheres Lebenbrachte.