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Die Strassburger Tucher- und Weberzunft : Urkunden und Darstellung ; nebst Regesten und Glossar ; ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Weberei und des deutschen Gewerberechts vom XIII. - XVII. Jahrhundert
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beiden Eigenschaften gross zu ziehen, die mir heute im praktischen sozialen und volks-wirthschaftlichen Leben die wichtigsten scheinen, einerseits die kühne und zuversichtlicheErwartung einer besseren sozialen Zukunft, einer fortschreitenden Hebung der unterenKlassen, die Hoffnung auf das Gelingen grosser sozialer Reformen in Sitte und Recht,und andererseits jene ruhige Besonnenheit, die in nüchterner Arbeit zufrieden ist, zu-nächst für das Kleine und Nächstliegende zu kämpfen, Sandkorn auf Sandkorn zu häufen,die den Ikarusflug sozialistischer Weltverbesserer nicht schon desswegen verurtheilt,weil unser heutiger Gesellschafts- und "Wirthschaftszustand nicht der Verbesserung fähigund bedürftig wäre, die aber solche Ideen jedenfalls praktisch bekämpft, weil sie weiss,dass, wer nach den Sternen greift, den festen Boden auf der Mutter Erde verliert, dasswer an die physische Gewalt appellirt, sich selbst stets eine Grube gräbt. Wer dieszugibt, der wird auch bei dem Durchlesen dieser historischen Darstellung wohl em-pfinden, dass sie mehr ist und sein will, als eine Sammlung von Antiquitäten der Kultur-geschichte, der wird, wie ich hoffe, finden, dass die sozialpolitischen Grundanschauungen,für die ich seit Jahren in den Kämpfen der Gegenwart eingetreten bin, auf historischerGrundlage entstanden sind und umgekehrt wieder das Verständniss für viele Fragender Geschichte erst eröffnen. Und so wird, denke ich, auch dieses Buch dazu beitragen,den sozialpolitischen Principien, auf denen nach meiner Ueberzeugung die Möglich-keit einer sozialen Reform in der Gegenwart beruht, neue Anhänger zuzuführen, trotzaller Angriffe, die auf mich und meine Freunde immer wieder erfolgen, einerseits vonden volkswirtschaftlichen Reaktionären, die das Bestehende unübertrefflich finden undum jeden Preis erhalten wollen, andererseits von jenen wissenschaftlichen und praktischenHeissspornen, denen Nichts schnell genug geht, die in uns nur ängstliche Vermittlersehen können.

HollWald in den Vogesen, 4. Oktober 1878.

G-ustav Schmoller,