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2 (1882) Glossen zu nichtbiblischen Schriften
Entstehung
Seite
VIII
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merkungen habe ich dann gespart, wenn die Verbesserung oder erklärung eines fehlersaus den entsprechenden gll. verwandter hss. zu entnehmen war und die verweisungs-zahlen dem benutzer des buches als correctiv zu dienen vermochten, erläuternngen lexi-calischer natur wurden immer nur einmal, bei dem ersten auftreten des wortes, welchessie erheischte, gegeben: auch nach dieser hinsieht sollen die verweisungszahlen zurleichteren Orientierung verhelfen, nicht gespart dagegen habe ich mit dem geständnismeiner ratlosigkeit in schwierigen fällen und deren waren nicht wenige, weilich durch dies verfahren am ehesten andere zur erprobung ihrer kräfte anreizen zukönnen hoffte, denn anstrengungen genug wird es noch kosten, ehe wir den über-kommenen ahd. Wortschatz völlig verstehen.

Was während des druckes sich mir als der berichtigung oder des nachtragens wertergab, habe ich am Schlüsse dieses bandes zusammengestellt, während ich die nichtganz unerheblichen Zusätze zum ersten vorläufig zurückhielt, um nicht unnötigeZersplitterung herbeizuführen, aber ich hege keineswegs die hoffnung, damit inder tat alle fälle erschöpft zu haben, die einer rectificierung bedürfen, denn, wieschon vor drei jähren hervorgehoben wurde, die zu gründe liegenden abschliffen sindzu ganz verschiedenen Zeiten und unter ganz verschiedenen umständen genommenworden, es verschlägt sehr viel, ob man an eine hs. mit kenntnis aller verwandtenherantritt oder ohne dieselbe, ob man die glossierte schrift bereits bearbeitet hat undüber die speciellen bei ihr auftauchenden Schwierigkeiten bescheid toeifs oder nicht: ichhabe mich daher nicht selten veranlasst gesehen, nachdem die constiluierung destextes einer gruppe erfolgt war, einzelne Vertreter derselben von neuem zu ver-gleichen, lehrt ja erst die beherschung des gesammten materials zuweilen verstüm-melte oder ganz unverständliche buchstabencomplexe einzelner mss. als deutschenUrsprungs begreifen, ich muss aber überhaupt dem wahue entgegentreten, als obselbst der denkbar vollendetste abdruck von glossen jemals die hs. ersetzen könne;wird ein neues einem bekannten nahe stehendes exemplar aufgefunden und handeltes sich um die feslstellung des grades der beiderseitigen Verwandtschaft, so mussimmer auf die originale recurriert werden, welche allein sichere auskunft zu erteilenin der läge sind, alle rasuren, alle späteren ergänzungen einer hs., wo das schwindendeutscher bestandteile mit gar keiner Sicherheit behauptet werden kann, mitzuteilen,wäre ebenso mühselig und unsicher als es platz rauben und die übersieht erschwerenwürde, einen beleg für das gesagte aus diesem bände gewährt die Pariser hs. Nouv.acq. 241. als sie entdeckt und von mir ostern 18S0 copiert war, habe ich den Clm.14395, dessen enge beziehungen sofort einleuchteten, wider um genau durchgenommen;nur auf diesem wege liefs sich ermitteln, dass die Münchner hs. direct aus derPariser (ehemals Augsburger) abgeschrieben wurde, und dass, was in jener diesergegenüber fehlt, durch änderungen und rasuren im 15 jh. entfernt worden ist.

Zum Schlüsse entledige ich mich der angenehmen pflicht, allen denen meinen dankauszusprechen, welche auf irgend eine art den vorliegenden band gefördert haben,in Sonderheit der erlauchten körperschaft, welche auch dieses mal dem werke zurbestreitung der druckkosten eine Subvention zuzuwenden die gewogenheit hatte, unddem director sowie den beamlen der Münchner hof- und Staatsbibliothek, die nieermüdeten, wenn sie mir gefäUigkciten erweisen konnten.

Erlangen, den 15 november 1881. STEINMEYER.