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BAYLE, MOSHEIM UND HERDER
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schrift 39 als echten Jünger eines Kaisers Tiberius und einesMachiavelli hinstellte, als einen wirklichen Tyrannen, der dasgöttliche wie menschliche Recht gleicherweise mit Füßen trat,sich noch dazu für einen Propheten ausgab und in den Mantelder Heiligkeit hüllte, das ärgste Verbrechen, das es geben könne.Später nahm jedoch Buddeus jene frühere Abhandlung, die ernicht so fast auf Grund zuverlässiger Quellen als vielmehr injugendlichem Überschwange verfaßt habe, an der Hand des ihminzwischen bekannt gewordenen Lebens Picos und der ihm vonQuetif beigebenen reichen Auszüge aus Burlamacchi-Bottonio aus-drücklich zurück und stellte sich mit den Piagnonen unbedenklichauf die Seite des Frate, dem höchstens sein Ehrgeiz nicht ganzmit Unrecht zum Vorwurfe gemacht werden könne 40 .
Buddeus drang jedoch mit diesen Ergebnissen nicht durch, inden Hintergrund geschoben durch die rationalistische Geschichts-auffassung der nun mit Macht hereinbrechenden Aufklärungszeit,die im historischen Wörterbuche des Freidenkers Peter Bayleihren klassischen Ausdruck fand 41 . Mißtrauisch schon gegenCommynes und Guicciardini, den Berichten Burlamacchis undPicos aber schon um ihrer anstößigen Wunder und Prophetienwillen von Hause aus und grundsätzlich abgeneigt, vertraute Bayleauf die angeblichen Geständnisse des Frate im Prozesse sowie aufdie Angaben des päpstlichen Zeremonienmeisters Johannes Bur-chard und auf die Darstellung Raphaels von Volterra und gelangtezum Urteile, Savonarola sei ob seiner Beschäftigung mit Politiksowie als falscher Prophet und Volksbetrüger mit Recht hin-gerichtet und von den Protestanten mit Unrecht unter die Zeugender Wahrheit und Märtyrer versetzt worden. Unbeirrt vom Macht-spruche Bayles reihte J. L. v. Mosheim 42 den Frate unter die recht-schaffensten und vernünftigsten Männer jener Zeit ein, der mitFreude und Standhaftigkeit auf dem Scheiterhaufen dafür gebüßthabe, daß er die Schwären Roms etwas zu frei angetastet. J. G.Herder wagte sogar eine kräftige Lanze gegen Bayle für ihn ein-zulegen, indem er im „Teutschen Merkur 43 " sein Bildnis mit einemerläuternden Aufsatze des Inhaltes versah, Savonarola sei einerder Menschen, über welche die Stimmen wohl immer geteilt seien,von seinen Freunden zum Himmel erhoben, von seinen Feinden,weil das irdische Feuer ohne Zweifel nicht hinreichte, ihren Haßzu kühlen, in die tiefste Hölle verdammt. Er selbst, Herder, habe