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J12.
DER KIRCHENERNEUERER
die ewige Stadt ihrer tierischen Grausamkeit und Zerstörungswutzum Opfer fallen. S. Peter wird zum Greuel der Verwüstung undzum Pferdestall werden, Dirnen werden dort hausen. Kein nochso hoher kirchlicher Rang kann dich dann schützen. Vergebensrufst du aus: „Ich bin Kardinal", „ich bin Bischof"; es kommtdie Zeit, da du deine Tonsur verstecken wirst 69 . Rom darf auchja nicht etwa auf die Menge seiner heiligen Reliquien oder auf Peterund Paul und die heiligen Märtyrer als seine Schirmherren pochen,als ließen sie es nicht zu, daß ihm Übles geschehe; vielmehrschreit gerade ihr Blut um Rache zum Himmel. Jerusalem hattenoch heiligere Reliquien und wurde gleichwohl zerstört 60 . Es istsogar keineswegs ausgeschlossen, daß Rom eine Zeitlang ver-worfen und die Kirche nach Jerusalem zurückverlegt wird; Ita-lien, Rom und seine Prälaten sollen erniedrigt, manche kirchlicheWürden ganz abgeschafft werden. Nicht als ginge die römischeKirche zugrunde; denn das Papsttum erlischt nicht, und wo derPapst, da ist die Kurie. Aber wie der römische Hof ja auch früherschon in der Verbannung schmachtete, so kann es sehr wohl baldvon neuem geschehen 61 . Gott vermählte sich einst mit einer armenMagd, der jüdischen Synagoge 62 , die jedoch sündigte und deshalbverstoßen ward. Von ihr hatte er zwei Töchter, die griechischeund die lateinische Kirche, die er beide seinem eingeborenen Sohnezur Ehe gab. Die morgenländische Kirche verfiel in Ketzereien,wurde daher von Gott verstoßen und des geistigen Brotes, d. h.der Predigt des göttlichen Wortes, beraubt. Die römische Kircheaber befleckte sich mit Simonie und allen Lastern und sündigtenoch viel mehr als die jüdische und griechische; sicher wird siedaher von Gott noch schwerer als ihre Mutter und Schwester be-straft 63 . Von den Hammerschlägen des göttlichen Strafgerichteszermürbt, wird nun auch Rom und Italien in sich gehen und sichvon dem Lichte entzünden lassen, das in Florenz erstrahlt, umvon hier aus alle übrigen Völker zu erleuchten. Von diesem Lichtegeblendet, werden sich nun auch die Ungläubigen bekehren undund dem Taufbade nahen 64 . Juden und Türken halten ja ihreReligion schon jetzt viel besser als die Christen, die sich nament-lich die Ehrfurcht zum Muster nehmen dürften, welche die Tür-ken dem Namen Gottes bezeigen. Wie schon Mohammed selbst einVerehrer Christi war, so sind dies auch die Türken; überdies sün-digen sie ja nur aus Unwissenheit und hätten sich längst bekehrt,