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Die religions-psychologische Grundlage der Feuerbestattung
Entstehung
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nisses ebenso wie der Einäscherung 49 ). Bei den Römernblieb diese wie bei den Griechen auf die vornehmen Fa-milien beschränkt, und selbst von diesen hielten manche ander altüberlieferten Beerdigung fest. Daß diese als dasUrsprüngliche galt, äußerte sich in der Sitte, der zu ver-brennenden Leiche ein Fingerglied abzuschneiden unddieses für sich zu bestatten. Die meisten Leichen wurdenbegraben, namentlich blieben Kinder, die noch keine Zähnehatten, vom Leichenbrande grundsätzlich ausgeschlossen 50 ).Bei den Germanen werden wohl auch nur die Vornehmenden Flammen, die gewöhnlichen Leute aber dem Schöße derErde übergebenworden sein. Eine Steigerung der demToten erwiesenen Auszeichnung bedeutete es, wenn derHolzstoß auf einem Schiffe geschichtet und angezündetwurde, das dann brennend in die See stieß und ihr dieAsche überließ 51 ). In der Eisenzeit nimmt der Leichenbrandmehr und mehr ab; die Gräber von Hallstatt bei Salzburg(1000500 v. Chr.) weisen teils Skelett-, teils Brandbestat-tungen auf. Die Kelten der Latenezeit (500 vor bis Chr.)errichten ihren Vornehmen im Innern stattlicher Grabhügelsteinerne oder holzgezimmerte Kammern, worin die Leichenunverbrannt beigesetzt werden 52 ). Überraschenderweisewaren es nun gerade aristokratische Kreise, die ehedem demLeichenbrande den Vorzug gegeben hatten, in welchen dasBegräbnis die Oberhand gewann. Als der arianische West-gotenkönig Alarich 410 bei Cosenza in Unteritalien ge-storben war, wurde er mit reichen Ehren und Schätzen imFlußbette des Busento beigesetzt. Begraben wurde auchder Hunne Attila (453), begraben wurde der heidnischeFrankenkönig Childerich (481), und sein Grab unterschiedsich von den Ruhestätten der christlichen Franken so wenig,daß es ganz unmöglich ist, einen Unterschied zwischen heid-nischen und christlichen oder christlich beeinflußten Gräbernzu erkennen 53 ). In dieselbe frühgeschichtliche Zeit, inwelcher sich der Umschwung von der Feuer- zur Erd-bestattung vollzog, fiel nun aber auch die allmähliche Ver-drängung des altgermanischen Licht- und HimmelsgottesTiu durch den jüngeren Wodan, der nach einhelliger Über-lieferung sämtlicher germanischer Stämme an der Spitze deswilden Heeres im Sturmesbrausen der Rauhnächte über dieLande tobte und als Seelenführer und Totengott zur be-herrschenden Stellung eines germanischen Hauptgottes auf-

49 ) Fr. v. Duhn, Ital. Gräberkunde 24, 124, 157, 173 f.,196 f., 440.

50 ) Marquardt-Mommsen 375 f.

51 ) Weinhold 483, 496.

52 ) Obermaier, Urgeschichte 333, 336.

53 ) P. G ö ß 1 e r, Blätter f. Württ. Kirchengesch. 1932, 170.

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