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Die religions-psychologische Grundlage der Feuerbestattung
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schaumigen solcher Art dem Begräbnis ein tiefreligiöses,freilich urheidnisches Gepräge geben. Indem die Leiche be-erdigt wird, kehrt sie in den mütterlichen Schoß jener Erdezurück, aus welcher sie stammt und aus welcher sie einemSamenkorn gleich zu neuem Leben hervorkeimt und wächst.Daß nur Demeter 53 a ) solche Wiedergeburt zu gewähren ver-möge, das ist der beherrschende Grundgedanke der ihremDienste geweihten eleusinischen Mysterien.Ich bin ein-gegangen in den Schoß der unterirdischen Königin", jubellder Eingeweihte in seliger Zuversicht 54 ). Einem alten, sinni-gen Brauche gemäß werden dem Verstorbenen in verschie-denen Gegenden Getreidekörner ins Grab mitgegeben, zumZeichen, daß er dem schönen Worte Klopstocks gemäß nunauch selbst Saat ist,gesäet von Gott, dem Tage der Gar-ben zu reifen 55 )". Eben deshalb kennt der Mensch der altenWelt kein schrecklicheres Los als nach dem Tode des her-kömmlichen Begräbnisses zu ermangeln. Wer eine Leicheunbestattet liegen läßt, der entzieht der Mutter Erde, wasihr gebührt, und überantwortet ein Leben der Vernichtung,welches sie wiedergeboren hätte 56 ). Das allergrößte Ge-wicht legt von jeher das Judentum auf das Begräbnis. Dasfurchtbarste Strafgericht, welches Jahve über sein sünd-haftes Volk verhängen kann, besteht darin, daß seine Söhneund Töchter an tödlichen Seuchen sterben und weder be-klagt, noch begraben, sondern zu Mist werden auf demAngesichte der Erde, den Vögeln des Himmels und denTieren des Feldes zum Fräße 57 ). Das Büchlein Tobias aberist eine einzige Verherrlichung des hohen Verdienstes,welches sich der Gottesfürchtige durch das Begräbnis derToten erwirbt. Obschon die Berührung eines Toten verun-reinigt, so bestattet doch Tobias seine Landsleute mit eige-ner Lebensgefahr und ermahnt seinen Sohn, Brot undWein auf das Grab der Gerechten zu legen, dem altisraeli-tischen Glauben gemäß, daß in der Scheol nur zur Ruhegelange, wer nach der Sitte und womöglich an der Seiteseiner Väter bestattet ist. So wird er denn auch vom Erz-engel Raphael belobt und mit Heilung seiner Blindheitbelohnt 58 ).

63 a) v. Negelein 262.

64 ) Dieter ich 55.

56 ) F r e y b e 41.

B0 ) D i e t e r i c h 50.

67 ) Jer. 14, 16; 16, 4.

58 ) Tob. 12, 12 ff.; O. Holtzmann, Neutestl. Zeitgeschichte382 f.

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