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Die religions-psychologische Grundlage der Feuerbestattung
Entstehung
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Neuguinea, Neukaledonien, bei den Eskimo, Araukanern,Aino, Malayen und Indonesiern, besonders aber bei dennordamerikanischen Indianern der Fall ist, die sich, dieserBestattungsart mit Vorliebe bedienen, da ihnen als freienMenschen die Erde zu schwer ist 0 ). Völker, die am Ufer desMeeres, eines Sees oder Flusses wohnen, werfen dieLeichen ins Wasser oder stoßen sie auf leckem Kahne insMeer hinaus 10 ). Vielfach wartet man den Tod nicht einmalab, sondern wirft Sterbende aus Furcht vor den in ihnenhausenden bösen Geistern in eine Höhle oder ins Meeroder man erstickt sie oder überläßt sie hilflos ihremSchicksale 11 ). In Australien und Südamerika kommt esoder kam es doch noch bis vor kurzem vor, daß die Ver-storbenen von ihren Angehörigen aufgefressen wurden;bei den Kariben der kleinen Antillen galt es als höchsteEhrenbezeigung, welche dem Toten erwiesen werdenkonnte, wenn man seine pulverisierten Knochen im Ge-tränke zu sich nahm, was zu dem Zwecke geschah, sichseine Kräfte anzueignen 12 ). In Australien und Neuguinea,in Zentralafrika und im Kongo, in Indonesien und bei densüdamerikanischen Araukanern wird die Leiche auch in derLuft getrocknet und gedörrt; man legt sie auf eine ArtRost, unter welchem ein stark rauchendes Feuer unter-halten wird. Dies geschieht zu dem Zwecke, die Leichemöglichst lange zu erhalten, gilt aber als eine Ehre, dienur angesehenen Stammesmitgliedern zuteil wird 13 ). DemZwecke der Erhaltung der Leiche dient auch das Einbalsa-mieren, wie es einst in Ägypten, sowie das Mumifizieren,wie es im alten Peru und bei den Chibcha üblich war; manglaubte, von den Toten gehe eine magische Wirkung aus,weshalb in Peru und von den Chibcha die Mumien be-rühmter Kaziken auf Kriegszügen mitgeführt wurden 14 ).Das Wertvollste an der Leiche ist der Anschauung der Pri-mitiven gemäß das Knochengerüst; kann man dieses nichtganz erhalten, so bewahrt man wenigstens einzelne

9 ) Buschan I, 89, 97; II, I, 37, 94, 190. 683, 799, 923; Ders,DI Sitten I, 202; III, 171, W a i t z II, 195; III, 201.

10 ) Buschan, Völkerkunde I, 541; II, I, 45, 116, 171, 445,635; Ders., Sitten II, 239; III, 136; Waitz II, 196; III, 330;VI, 683.

") Buschan, Völkerkunde I, 303; II, I, 792, 799; Waitz V,150; VI, 683.

12 ) Buschan, Völkerkunde I, 273; II, I, 37; Ders., Sitten I,202; Waitz III, 388, 590.

") Buschan, Völkerkunde I, 275, 422, 520, 541; II, I, 37,

94, 923 f.; Ders., Sitten I, 203; Waitz VI, 806 f.

») B u s c h a n I, 355, 404; Waitz III, 199; IV, 467 f.